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Unsere Kollegin Katrin Brenner (52) litt unter Inkontinenz. In der aktuellen Ausgabe der BILD DER FRAU erzählt sie ihre Geschichte.

„Die OP hat meine Blasenschwäche geheilt“

Dr. med. Matthias Lerch

Chefarzt
Dr. med. Matthias Lerch

Beim Niesen, Husten und Lachen verlor sie Urin. Ein spezielles Bändchen zur Befestigung der Harnröhre ermöglicht der Aachenerin wieder ein unbeschwertes Leben (von Sabine Hoffmann)

Es war eine ausgesprochen unangenehme Angelegenheit: Wenn Katrin Brenner auf dem Weg zum Supermarkt niesen musste, kreuzte sie immer schnell die Beine und presste sie fest zusammen – sonst hätte sie einen Schwall Urin verloren. „Das war mir sehr peinlich und ich hoffte jedes Mal, dass
mich keiner so sieht“, sagt die 52-Jährige. Auch beim Husten, Lachen oder bei schwerem Heben konnte sie den Urin nicht mehr halten. Erst ein paar Tropfen, dann ein Schwall.
Angefangen hatte alles nach der Geburt ihrer beiden heute erwachsenen Kinder. Damals ließ
sich die Service-Mitarbeiterin sterilisieren. Danach wurden ihre Blutungen so stark, dass die Frauenärztin zur Entfernung der Gebärmutter riet. Mit dem Eingriff war sie die Beschwerden
zwar los, hatte aber ein neues Problem: Obwohl Katrin Brenner mit speziellen Übungen ihren
Beckenboden trainierte, konnte sie ihre Blase nicht mehr kontrollieren. „Anfangs verlor ich
beim Niesen, Husten oder Lachen nur ein paar Tropfen Urin, mit der Zeit kam aber ein ganzer
Schwall“, erzählt sie. „Das war natürlich sehr belastend. Irgendwann habe ich mich nicht mehr ohne Slipeinlage aus dem Haus getraut und hatte sicherheitshalber auch immer gleich einen Slip zum Wechseln dabei.“ Nachts stand sie bis zu fünfmal auf, weil sie ständig das Gefühl hatte, zur Toilette zu müssen. Die Harnröhre wird mit einem Band gestützt.

So ging das viele Jahre. Es war ihr peinlich, darüber zu sprechen. Bis sie es Anfang 2020 nicht mehr aushielt und sich an den renommierten Gynäkologen Dr. Matthias Lerch am Marienhospital in ihrer Heimatstadt Aachen wandte. Der diagnostizierte eine Belastungsinkontinenz und behob diese, indem
er während eines minimalinvasiven Eingriffs ein Kunststoffband einsetzte, das die Harnröhre stützt, sodass diese besser schließt. Katrin Brenner war begeistert: „Als ich zwei Tage später aus dem Krankenhaus kam, war meine Blasenschwäche verschwunden. Ein völlig neues Lebensgefühl!“
Wenn sie heute auf dem Weg zum Supermarkt zufällig mal niesen muss, ist sie unglaublich
erleichtert, dass sie sich jetzt keine Sorgen mehr machen muss, ob sie jemand dabei sieht.