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Storchenpost: Hör´mal, wer da (p) klappert

„Marlies“ – 1. digitale Hebamme im Einsatz

Anja Salmassi

Leitung Geburtshilfe
Anja Salmassi

  • Leitende Hebamme/Bereichsleiterin Pflege

Teil 8 (oder Klapp(e) r 8

Ja, Sie haben richtig gelesen. Digitalisierung macht auch vor dem ältesten Frauenberuf der Welt nicht Halt. Als computerisiertes System wurde „Marlies“ dank modernster Spracherkennungstechnologie Hebammenleben eingehaucht. Im 24-Stunden-Dienst (www.facebook.com/Marlies.baby) für schwangere Frauen und junge Eltern soll sie seit Neuestem als digitaler Baby-Chatbot ebenso den allgemein überlasteten Hebammen aus Fleisch und Blut bei ihrer täglichen Arbeit helfen. Doch keine Angst, mit ihrer künstlichen Intelligenz ersetzt „Marlies“ nicht Hebammenleistungen aus Menschenhand. Vielmehr sollen ihre Features alle Beteiligten darin unterstützen, persönliche und kostbare Beratungszeit, z.B. beim Wochenbettbesuch der Hebamme zuhause bei der Familie mit dem Neugeborenen effektiver zu nutzen, indem man sich mehr auf das Wesentliche konzentriert. „Marlies“ ist programmiert als „interaktive Informationsquelle“ zu allen Themen von Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Elternsein, bringt Rat und Wissen „unkompliziert und niedrigschwellig zu den Familien und Frauen“ (laut DHV – Deutscher Hebammenverband e.V.). Marlies hat nämlich qualifiziertes Fachwissen auf dem Stand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und kann angeblich nahezu alle Fragen ratsuchender Schwangerer sowie besorgter oder unsicherer Eltern kompetent beantworten. Marlies erkennt sogar im „Gespräch“, wenn das Aufsuchen einer Hebamme oder eine ärztliche Abklärung anzuraten ist. Erstaunlich! Und sie ist stets lernfähig, entwickelt sich weiter und weiter mit jeder neuen Frage. Selbstverständlich steckt hinter Marlies‘ Expertinnenwissen ein kompetentes und sehr engagiertes Hebammenteam. Ziel ist und bleibt immer das Wohl von Mutter und Kind, der beste Start ins Leben und somit eine möglichst gesunde Bevölkerung. Deshalb soll das Chatten mit „Marlies“ auch dazu beitragen, in neuen Zielgruppen, die unsere zunehmend digitalisierende Gesellschaft hervorbringt, „die Arbeit und Expertise von Hebammen bekannter zu machen“ und über Hebammen- und sonstige Hilfsangebote aufzuklären. Das Beste aber ist: „Marlies“ hat immer Zeit! Das ist ein unschätzbar hohes Gut, gerade wo Hebammen aktuell hier und da äußerst knapp geworden sind. Doch ehrlich gesagt, bei aller Neugier, ohne „Marlies“ und ihren Schöpfern zu nahe treten zu wollen, ich bin vorerst noch skeptisch.
Was denken Sie über das Thema? Oder haben Sie „Marlies“ sogar schon getestet?

Ihre Meinung interessiert mich! Wenn Sie Lust haben, schreiben Sie mir doch unter: anja.salmassi@marienhospital.de

Herzlichst Ihre Anja Salmassi