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Storchenpost: Hör´mal, wer da (p) klappert

Hebamme – Fachspezialistin mit Hand und Herz

Anja Salmassi

Leitung Geburtshilfe
Anja Salmassi

  • Leitende Hebamme

Wussten Sie, dass nur in Deutschland nach dem Gesetz bei jeder Geburt eine Hebamme dabei sein muss? Sie darf grundsätzlich eine normale und ohne Komplikationen verlaufende Geburt alleine leiten. Ärztinnen und Ärzte dagegen müssen grundsätzlich immer eine Hebamme zu einer Geburt hinzuziehen, auch bei einem Kaiserschnitt!
Was mir am Hebammenberuf so sehr gefällt? Diese Vielfältigkeit meiner Arbeit – immer hautnah an Mensch und Familie – und diese Intensität der geburtshilflichen Lebenswelt macht den Hebammenberuf für mich zu etwas ganz Besonderem. Leider erfahren wir Hebammen immer wieder, dass eine gewisse Unkenntnis bzw. ein Irrglaube herrscht in Bezug auf unsere ganzheitliche Arbeit. Erst recht weiß man nicht unbedingt um das enorm weite Tätigkeitsfeld einer Hebamme. Der Begriff Hebamme kommt übrigens vom althochdeutschen Wort Hevianna und bedeutet so viel wie „Großmutter, die das Neugeborene (vom Boden) aufhebt“. Darin stecken Weisheit (Wissen, Ruhe, Empathie) und „Pack-an“ zugleich, unverzichtbare Attribute für diese verantwortungsvolle Berufung. Unsere Hände – zum Spüren, Tasten, Kontakt aufnehmen, Halten und Zupacken – sind unser wichtigstes Werkzeug. Aber Hebammen sind nicht nur Fachkräfte für die Geburt, bei der sie die werdende Mutter unterstützen. Sie sind spezialisiert auf die gesamte und besonders sensible Lebensphase mit Familienplanung, Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett sowie gesamter Stillzeit. Und das auf mehreren Ebenen, medizinisch wie psychosozial und somit auch präventiv als wichtiger Beitrag zur Gesundheitsförderung unserer Gesellschaft. Hebammen bieten umfassende Betreuung, Beratung und Hilfestellungen, besonders auch in Krisensituationen. Ein wesentlicher Aspekt der Hebammenarbeit ist die Förderung einer innigen Mutter-Kind-Beziehung (Bonding). In Geburtsvorbereitungskursen und auch generell richten Hebammen ganz stark den Fokus darauf, schwangeren Frauen Vertrauen in ihre eigene Körperkompetenz zu geben, sie darin zu stärken und zu ermutigen, ihr Kind aus eigener von Natur vorgesehener Kraft gebären (und stillen) zu können. Diese wohl charakteristischste Grundlage aller Hebammenarbeit nennt man Salutogenese. Das bedeutet kurz gesagt, das Normale (Physiologie) im Blick haben, nicht das Krankhafte (Pathologie). Die Kompetenz einer Hebamme – und übrigens aller Geburtshelfer – besteht demnach darin, nicht unnötig in den natürlichen Geburtsvorgang einzugreifen und immer die Würde von Mutter und Kind zu achten und zu schützen!

Herzlichst Ihre Anja Salmassi