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Nadine Meisen

Ärztliche Leitung
Nadine Meisen

  • Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Zusatzbezeichnung Akupunktur

Die Kalkschulter

Bei der Kalkschulter oder Tendinosis calcarea handelt es sich um ein eigenständiges Krankheitsbild des Schultergelenkes, bei dem aus bisher noch nicht vollständig geklärten Ursachen zur Einlagerung von Kalkdepots in die Sehnen der Rotatorenmanschette kommt. Die Erkrankung ist nicht degenerativ bedingt.

Inzidenz und Gechlechterverhältnis
Die Inzidenz der Kalkschulter wird mit 2,5-7,5% der Bevölkerung angegeben. Frauen sind in einem Verhältnis von 1:2 häufiger betroffen. Die rechte Seite scheint mit 55% gering zu überwiegen. Ein beidseitiges Vorkommen von Kalkdepots wird mit einer Häufigkeit von 13-24% angegeben.

Patientenalter
Der Altersgipfel liegt bei 35-50 Jahren als Zeichen der nicht rein degenerativen Genese.

Lokalisation
In 70-90% befindet sich die intratendinöse Verkalkung in der Supraspinatussehne, üblicherweise ca. 1 cm medial des Tuberculum majus.

Symptomatik
Die Symptomatik der Kalkschulter kann als „Chamäleon“ unter den Schulterpathologien bezeichnet werden. Kalkdepots der Rotatorenmanschette sind oftmals asymptomatisch und fallen nur als Zufallsbefund im Rahmen der bildgebenden Diagnostik aus anderen Gründen auf.

  • Belastungsbahängige Schmerzen, vor allem bei Überkopfarbeiten
  • Nächtlicher Schmerz mit Unfähigkeit, auf der betroffenen Seite zu schlafen
  • Seitlicher Schulterschmerz
  • Häufig Kribbelparästhesien der Finger
  • Im Rahmen des Kalkabbaus können massive Schmerzen mit begleitender Berührungsempfindlichkeit der gesamten Schulterregion auftreten
  • Schmerzhafte Einschränkung der Beweglichkeit

Diagnostik

1. Anamnese

  • Alter und Geschlecht des Patienten
  • Dauer und Verlauf der Beschwerden
  • Trauma?
  • Schmerzlokalisation und Schmerzcharakter
  • Ruhe- oder Belastungsschmerz
  • Bisherige Therapie

2. Klinische Untersuchung

3. Bildgebung
a) Sonografie -> genaue Lokalisation
b) Röntgen -> Dokumentation und Stadieneinteilung
c) MRT -> nur selten zielführend

Konservative Therapie
Therapieziel: Wiederherstellung einer schmerzfreien Schulterfunktion unter Vermeidung von behandlungsbedingten Risiken

  • Physikalische Therapie (Kälteanwendung bei akuten Schmerzphasen und Wärme bei muskulären Problemen)
  • Needling (Perforation des Kalkherdes unter Lokalanästhesie und unter Ultraschall- bzw. Röntgenkontrolle mittels einer Hohlnadel
  • Kortikosteroid- und Lokalanästhetikainjektion
  • Röntgentiefenbestrahlung
  • Akupunktur
  • Extrakorporale Stoßwellentherapie