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Neue Klinik für Innere Medizin, Pneumologie komplettiert das Zentrum für Innere Medizin am Marienhospital Aachen

Dr. med. Thorsten Winters

Chefarzt
Dr. med. Thorsten Winters

  • Facharzt für Innere Medizin, Facharzt für Pneumologie, Intensivmedizin und Notfallmedizin

Die Spezialisierung im Fachgebiet der Inneren Medizin hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Vor diesem Hintergrund hat das Marienhospital Aachen die strategische Entscheidung getroffen, die internistischen Kompetenzen auf drei medizinische Säulen zu stellen. Neben der seit vielen Jahren etablierten Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie und Stoffwechselerkrankungen (insbesondere Diabetologie) unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. med. Markus Gatzen werden seit Mai 2019 die beiden Schwerpunkte der Kardiologie und der Pneumologie im Marienhospital Aachen als eigene Kliniken unter dem gemeinsamen Dach des Zentrums für Innere Medizin (ZIM) etabliert. Im Oktober 2017 wurde mit der Gründung der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie von Chefarzt PD Dr. med. Tudor C. Pörner der erste Schritt in diese Richtung getätigt. Im Mai 2019 folgte der zweite Schritt mit der Gründung der Klinik für Innere Medizin, Pneumologie unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Thorsten Winters.

Das Marienhospital Aachen hat auch in der Vergangenheit natürlich die gesamte Bandbreite internistischer Krankheitsbilder abgebildet, doch ausschließlich die Gastroenterologie bot eine ausgewiesene Spezialisierung für unsere Patienten. Unsere Entscheidung, ein Zentrum für Innere Medizin mit einer Kardiologie, Gastroenterologie und Pneumologie aufzubauen, ist für ein Krankenhaus unserer Größe und Versorgungsstufe unabdingbar, da wir unseren Patientinnen und Patienten eine breite, spezialisierte und immer auf dem neuesten Stand der medizinischen Entwicklung stehende internistische Versorgung zukommen lassen möchten.
Auf der einen Seite bringt das ZIM dem Marienhospital eine maximale Spezialisierung aber gleichzeitig auch den engen interdisziplinären Austausch. Denn gerade hochbetagte Patienten sind häufig multimorbide und da ist es für den Genesungsprozess wichtig, dass alle Fachrichtungen in der Diagnostik und Therapie eng verzahnt zusammenarbeiten.

Die Diversifizierung und Spezialisierung in der Medizin ist eine wichtige Entwicklung, denn die einzelnen Fachgebiete gewinnen mit dem medizinischen Fortschritt zunehmend an Komplexität. Im Marienhospital Aachen werden schon seit jeher viele pneumologische Patienten behandelt. Als Fachabteilung kann das Team rund um Chefarzt Dr. med. Thorsten Winters noch mehr in die Tiefe gehen. Neben den klassischen Lungenerkrankungen wie Lungenentzündungen oder Asthma bronchiale gibt es gerade bei den chronischen Atemwegserkrankungen wie der COPD mit muskulärer Erschöpfung eine demografisch bedingte Zunahme. Hier möchten wir gerne die nichtinvasive Beatmung (NIV) bei Atempumpenversagen – im Akutfall oder auch bei chronischem Versagen der Atempumpe als Heimbeatmung – als neuen Schwerpunkt etablieren. Hiermit kann man vielen Patienten mit wenig Aufwand gut helfen.

Darüber hinaus wird eine pneumologische Schwerpunktstation errichtet, auf der zusätzliche Monitorüberwachungseinheiten installiert sind. Hier können Patienten mit akuter Luftnot besser überwacht werden. Durch die Etablierung der nichtinvasiven Beatmung können hier sowohl Patienten mit akutem als auch mit chronischem Atempumpversagen behandelt werden und es kann, falls nötig, eine nichtinvasive Heimbeatmung etabliert werden. Auch besteht die Möglichkeit einer Highflow-Sauerstofftherapie bei hypoxämem Lungenversagen. Eine speziell ausgebildete Atmungstherapeutin wird sich schwerpunktmäßig um diese Patienten kümmern. Atemnot ist ein Symptom, das schweren Leidensdruck auslöst.

Ausbauen werden wir auch die Diagnostik und Therapie des Lungenkarzinoms, die Abklärung von Lungenrundherden sowie die Diagnostik von Raumforderungen des Mittelfells (Mediastinum). Die Diagnostik ist hier teilweise recht diffizil. Entlang der großen Atemwege gibt es bestimmte Lymphknotenstationen oder Raumforderungen, die man nur mit einem speziellen Bronchoskop durch eine ultraschallgesteuerte Feinnadelbiopsie erreichen und feingeweblich untersuchen kann (EBUS-TBNA). Dies ist u.a. für die Ausbreitungsdiagnostik von Lungenkarzinomen oder zum Ausschluss maligner Lymphome von Bedeutung. Die Technik der starren Bronchoskopie, die Dr. Winters in Merheim erlernt und in den letzten Jahren im Malteserkrankenhaus weiter vertieft hat, ist hierbei aus Gründen der Untersuchungsqualität von Vorteil. Dabei handelt es sich um eine Untersuchung in Vollnarkose, wobei der Operateur ein starres Rohr als Arbeitskanal in die Luftröhre einführt. Das sichere Beherrschen dieser Technik ist aber nicht nur in der Diagnostik notwendig. Über die starre Bronchoskopie kann der Operateur auch Lungenblutungen stoppen, Fremdkörper entfernen, Tumoren abtragen oder endobronchiale Stents einlegen. Letzteres ist gelegentlich bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen erforderlich. Bestimmte Herde sind allerdings nicht bronchoskopisch erreichbar. Hier ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Radiologen oder dem Chirurgen gefragt, da bestimmte Gewebeproben entweder im Rahmen einer CT-gesteuerten Punktion erfolgen müssen oder durch eine operative Biopsie.

Das Team der Pneumologie zeichnet sich durch Patientennähe und persönliche Zuwendung aus.