Wenn das Schicksal verbindet
Brustkrebspatientinnen treffen sich im „Friday´s Fight Club“
Oberarzt
Benjamin Bruno
- Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
- Gynäkologische Onkologie
- Fachgebundene Genetische Beratung
- MIC I-Experte
- Telefon: 0241/6006-1685
Leiterin des BrustCentrums
Dr. med. Esther Geller
- Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
- Palliativmedizin
- Telefon: 0241/6006-1651/-1653
- Fax: 0241/6006-1659
- brustcentrum@marienhospital.de
Rebecca Rosier (31 Jahre) und Magdalena Küsters (41 Jahre) haben vieles gemeinsam: Sie sind jung, Mütter von zwei kleinen Söhnen – 2 und 5 Jahre alt – und wurden im Spätsommer 2025 wie aus dem Nichts mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. „Es war ein Moment der Ohnmacht, der mich und meine Familie aus dem Leben gerissen hat“, erzählt Magdalena, die wie Rebecca den Knoten selbst beim Eincremen ertastet hat. „Ich habe mir zunächst überhaupt nichts dabei gedacht und habe es auf zyklusbedingte Beschwerden geschoben“, sagt Rebecca. Trotzdem sind die Frauen zur Abklärung zu ihrer Gynäkologin gegangen. „Schon beim Ultraschall hat meine Frauenärztin gesehen, dass der Knoten auffällig ist, und sofort im BrustCentrum am Marienhospital zur Biopsie angerufen“, erzählt Magdalena. „Ich hatte Glück, und noch am gleichen Tag war ein Termin frei, sodass ich mich ins Auto gesetzt habe und ins MARIEN gefahren bin. Dort haben mich alle sehr herzlich empfangen, und die Leiterin, Dr. med. Esther Geller, hat mich mit ihrem Team von Beginn an einfühlsam und kompetent begleitet.“
Montags war die Biopsie und schon wenige Tage später kam die erschütternde Diagnose: Magdalena hat einen Triple-negativen Brustkrebs (TNBC). Es handelt sich dabei um eine aggressive Form mit hoher Rezidivrate, die operativ und medikamentös (Chemotherapie und Immuntherapie) behandelt werden muss. Auch Rebecca ist mit ihrem HER2-Karzinom, das bereits eine Lebermetastase gebildet hatte, auf Chemo- und Antikörpertherapie angewiesen. Ihr behandelnder Arzt ist der Sektionsleiter Gynäkologische Onkologie Benjamin Bruno, der die ASV-Ambulanz (Ambulante Spezialfachärztliche Versorgung) im MARIEN leitet.
Wie der Behandlungspfad für jede einzelne Patientin aussieht, wird in der wöchentlichen Tumorkonferenz interdisziplinär von einem Expertenteam aus Senologie, Onkologie, Radiologie und Strahlentherapie entschieden. „Es gibt an die 40 verschiedene Arten von Brustkrebs, jede Frau muss individuell begutachtet und therapiert werden“, erläutert Benjamin Bruno. „Inzwischen ist die Medizin so weit, dass 85–90 Prozent der Brustkrebspatientinnen sehr gute Heilungschancen haben. Bei 60-75 % der betroffenen Frauen ist sogar gar keine Chemotherapie notwendig.“ Bei Rebecca und Magdalena jedoch schon. Sie haben sich bei der Chemotherapie im MARIEN kennengelernt und sind dort in Kontakt gekommen mit anderen betroffenen Frauen. „In einer Zeit mit vielen Ungewissheiten und Ängsten sitzen wir freitags im Raum Flora, unserem Therapieraum, und erhalten dort unsere Medikation“, erzählt Magdalena. „Es ist ein Raum, in dem wir offen über alles sprechen, ein Ort, an dem wir lachen, weinen, uns Trost und Kraft spenden. Es ist unser Friday’s Fight Club, denn gemeinsam sagen wir dem Krebs den Kampf an.“
Die Patientinnen bekommen dabei viel Unterstützung vom ganzen Team der Gynäkologischen Onkologie. Der Sektionsleiter Benjamin Bruno wird von der Assistenzärztin Dr. med. Stephanie Caesar und den Schwestern Mariana Vlarska, Aneta Schumacher und Jana Schott unterstützt. „In der schwersten Phase unseres Lebens stehen uns alle mit enormer Hingabe und Mitgefühl zur Seite. Herr Bruno ist unser Fels in der Brandung. Mit Fachkompetenz, Empathie und unerschütterlicher Einsatzbereitschaft ist er immer für uns da“, unterstreichen Rebecca und Magdalena wertschätzend. „Auch, wenn unsere Therapien herausfordernd sind, kommen wir gerne nach hier. Das MARIEN ist für uns kein Krankenhaus, sondern ein Ort der Heilung. Alles ist perfekt organisiert und strukturiert, es ist immer genug Zeit für Gespräche und umfassende Aufklärung und vor allem für ganz viel Menschlichkeit, Fürsorge und Wärme. Hier fühlen wir uns sicher.“
Anfang März endet für Rebecca und Magdalena der Chemozyklus und damit ihre regelmäßigen Treffen im „Friday’s Fight Club“. „Aus den Augen verlieren werden wir uns aber auf keinen Fall“, sind sich die beiden jungen Frauen sicher. Voller Lebensmut und Freude schauen sie in die Zukunft. „Im Sommer einen sorgenfreien Familienurlaub machen und meinen Sohn einschulen – darauf freue ich mich“, sagt Magdalena. Und für Rebecca steht ein unbeschwerter Städtetrip auf der Wunschliste.
Wir wünschen Euch ganz viel Kraft in den letzten Wochen der Chemo und alles Gute für den weiteren Genesungsweg, liebe Rebecca und liebe Magdalena. Schön, dass Ihr Euer Vertrauen in uns setzt!