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Neuer Hybrid-OP eröffnet innovative Behandlungsmöglichkeiten

Marienhospital Aachen investiert in Sicherheit und Behandlungsqualität für Herz- und Gefäßpatienten

Nach knapp zwei Jahren Planungs- und Bauzeit verfügt das Marienhospital Aachen nun über einen der modernsten OP-Säle, die es aktuell in Deutschland gibt. Der Hybrid-OP verbessert und erweitert die Therapiemöglichkeiten durch invasive bildgeführte Maßnahmen, Interventionen und Operationen deutlich. Damit sollen unter anderem Risiken gemindert, Belastungen von Operationen reduziert und Zeit gespart werden. Zudem ermöglicht der Hybrid-OP die Entwicklung neuer minimalinvasiver Behandlungsmöglichkeiten für das Herz- und Gefäßzentrum im Marienhospital.

Am 18. März 2021 wurde der moderne Operationsbereich durch Msgr. Heribert August (Kuratoriumsvorsitzender der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen) und Dr. Curt Creutz (Krankenhausseelsorger) feierlich eingesegnet. Noch im März 2021 werden im Hybrid-OP die ersten Eingriffe der Klinik für Kardiologie und Rhythmologie, der Klinik für Gefäßchirurgie sowie der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie vorgenommen.

„Der neue Hybrid-OP ist räumlich optimal positioniert. Notaufnahme, Intensivstation, Radiologie, OP-Trakt und Herzkatheterlabor befinden sich alle in unmittelbarer Nachbarschaft. Damit sind extrem kurze Wege zur Versorgung von Notfallpatienten sichergestellt“, erläutert Prof. Dr. med. Thomas Möllhoff, M.Sc. (Ärztlicher Direktor).

„Bei unserem neuen Hybrid-OP handelt es sich um einen vollausgestatten Operationssaal der Raumklasse I, der allen hygienischen Ansprüchen auch für große Operationen vollauf entspricht“, erklärt Dr. med. Rainald Bachmann (Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie). „In den OP-Saal sind eine hochwertige Angiographieeinheit sowie ein Hämodynamikmessplatz integriert zur signifikant verbesserten Bildqualität und interventionellen Navigation bei erheblich reduzierter Strahlenbelastung für die Patienten und Untersucher“, freut sich der Radiologe. Und Chefarzt Khaled Awad (Klinik für Kardiologie und Rhythmologie) ergänzt: „Die Verfügbarkeit einer zweiten Angiographieeinheit führt zu einer deutlich verkürzten Wartezeit unserer Patienten vor elektrophysiologischen Eingriffen. Zudem können wir im neuen Eingriffsraum nun auch zeitaufwendige Prozeduren wie komplexe Ablationen von ventrikulären Tachykardien und Extrasystolien oder linksatriale Tachykardien zeitnah durchführen. Auch die Implantation von aktiven Rhythmusimplantaten mit physiologischem Pacing ist neben der standardmäßigen Schrittmachertherapie im technisch bestens ausgestatteten Operationssaal optimal durchführbar. Damit ist ab sofort im Marienhospital sowohl die Versorgung von Patienten mit akuten Koronarerkrankungen als auch die Durchführung sämtlicher elektrophysiologischer Eingriffe zeitnah und unter technisch optimalen Bedingungen möglich“, zeigt sich der Experte zufrieden.

Auch für den Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie Dr. med. Gottfried J. Mommertz ist der neue Hybrid-OP ein Meilenstein: „Gefäßmedizinisch können wir uns nun auf zwei Gebieten entscheidend weiterentwickeln: Zum einen bieten sich neue technische Möglichkeiten bei komplexen endovaskulären Aortenrekonstruktionen, aber auch die Rekonstruktion der Unterschenkelarterien inkl. pedaler Punktion, wie sie zunehmend häufig bei Patienten mit langjährigem Diabetes mellitus notwendig werden, können im neuen Hybrid-OP leichter und schneller durchgeführt werden“, erläutert Dr. Mommertz.

Benjamin Michael Koch (Vorstand der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen) erklärt die zukunftsweisenden Investitionen des Marienhospitals wie folgt: „Bildgestützte Therapieverfahren und künstliche Intelligenz sind in der Medizin die großen Themen des nächsten Jahrzehnts. Um hier partizipieren zu können, muss man über entsprechende Medizintechnik aber auch informationstechnologische Voraussetzungen verfügen. Beides wird bei uns seit Jahren konsequent weiterentwickelt. Unser neues CT ist dafür ein aktuelles Beispiel. Zudem werden wir in der Radiologie noch in diesem Jahr eine weitere Angiographieeinheit installieren, die zu unserem System im Hybrid-OP voll kompatibel ist und unsere Kapazitäten zusätzlich erweitert“, freut sich der Vorstand über die neuen Entwicklungen.

„Bei all diesen hervorragenden technischen Fortschritten, die wir unseren Patientinnen und Patienten nun anbieten können, und auf die wir auch sehr stolz sind, ist es mir sehr wichtig auch zu berücksichtigen, dass wir neben der technischen und baulichen Entwicklung aber auf keinen Fall den Menschen und seine Sorgen, Ängste und individuellen Bedürfnisse außer Acht lassen dürfen. Jeder Patient ist aufgeregt und teilweise auch ängstlich, wenn er ein Krankenhaus betritt. Die Technik kann zwar helfen, die Erkrankung noch viel besser zu behandeln, aber das Vertrauen unserer Patienten gewinnen unsere Mitarbeitenden mit ihrem großen Herzen und ihrem täglichen tollen Engagement. Dafür gilt ihnen mein riesengroßer Respekt und aufrichtiger Dank“, lobt Benjamin Michael Koch sein Team.