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Happy End für den ehemaligen Tour-de-France-Radprofi Jens Heppner

Unsere Kardiologen und Radiologen verhelfen dem Sportler zu neuer Lebensqualität

(v.l.n.r.): Vorstand Benjamin Michael Koch, Oberarzt Dr. Bob Weijs, Chefarzt Khaled Awad, Jens Heppner, Markus Apfelbaum, Chefarzt PD Dr. med. Gottfried J. Mommertz und Oberarzt Dr. med. Dieter Leuchter
(v.l.n.r.): Vorstand Benjamin Michael Koch, Oberarzt Dr. Bob Weijs, Chefarzt Khaled Awad, Jens Heppner, Markus Apfelbaum, Chefarzt PD Dr. med. Gottfried J. Mommertz und Oberarzt Dr. med. Dieter Leuchter
Jens Heppner

Rennradprofi
Jens Heppner

So stellt man sich einen ehemaligen Leistungssportler vor: drahtig, muskulös und Kraft strotzend. Dass der ehemalige Rennradprofi Jens Heppner jedoch Jahre des Leidens hinter sich hat, sieht man dem 56-Jährigen nicht an. Er strahlt über das ganze Gesicht, als er sich zur Nachuntersuchung bei unserem Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie, Rhythmologie Khaled Awad vorstellt. Jens Heppner litt an einer ernstzunehmenden Pulmonalvenenstenose, die im Marienhospital Aachen erfolgreich behandelt wurde. Die Rhythmologen Khaled Awad und Dr. Bob Weijs haben dem Sportler zusammen mit den Radiologen Dr. med. Rainald Bachmann (Chefarzt) und Dr. med. Dieter Leuchter (Oberarzt) einen Stent gesetzt, um die Vene wieder zu öffnen.

Die Stenose (Verengung einer Lungenvene) bildete sich als seltene Komplikation einer Ablation, die bei Jens Heppner aufgrund seiner Herzrhythmusstörungen vor acht Jahren vorgenommen wurde, jedoch bis September 2017 unentdeckt blieb. Die richtige Diagnose konnte durch einen Fachspezialisten aus der Uniklinik Aachen gestellt werden. „Eigentlich hatte ich schon einen OP-Termin in Hamburg, da nur wenige Zentren in Deutschland diese komplexen Eingriffe durchführen. Durch das gute Netzwerk der Kliniken in Aachen stellte sich heraus, dass ich mittlerweile nahe an meinem Wohnort Hergenrath (Belgien) behandelt werden kann – und zwar im Marienhospital Aachen! Das Ärzteteam aus dem Rhein-Maas-Klinikum Würselen, wo ich zuletzt zur Behandlung war, setzte sich mit dem Chefarzt der Kardiologie Khaled Awad in Verbindung, und er erklärte sich sofort bereit mir zu helfen“, erinnert sich der gebürtige Geraer.

Gesundheitlich machte sich seine Stenose durch große Atemnot, einen massiven Leistungsabfall und starke Erschöpfung bemerkbar. „Für mich waren es quälende Jahre“, erzählt Jens Heppner aufgewühlt. „Ich bin ja zuletzt kaum noch mit meinem Hund den Berg hochgekommen, weil ich keine Luft mehr bekommen habe.“ Kaum vorstellbar, wenn man weiß, dass der Rennradprofi von 1992 bis 2002 für das Team Telekom fuhr und bei den Toursiegen von Bjarne Riis 1996 und Jan Ullrich 1997 im Aufgebot mit an Bord war. Er selbst belegte 1992 bei der Tour de France den sensationellen 10. Platz in der Gesamtwertung. Zu seinen größten Karriereerfolgen gehörten die zehn Tage im rosa Trikot beim Giro de Italia sowie der Gesamtsieg in der Deutschland Tour 1999.

Kein Wunder also, dass ein Profi von diesem Kaliber auch unter stärksten gesundheitlichen Einschränkungen noch eine vielfach höhere Leistung im Belastungs-EKG hinlegt als jeder normale Patient: „Das war sicher auch der Grund, warum mich nie jemand so richtig ernst genommen hat, denn die Untersuchungen lieferten trotz meiner Not immer noch ausreichend gute Ergebnisse und die Ärzte haben mich für verrückt erklärt“, berichtet der Sportler nachdenklich. „Endlich habe ich Hilfe gefunden! Das Team im `Marien´ hat mich durch die Therapie wieder auf die Spur gebracht und dafür bin ich sehr dankbar“, strahlt Jens mit leuchtenden Augen: „Meine Leistung, meine Lebensqualität und mein Tatendrang sind seit der Behandlung viel besser. Das ist das größte Geschenk für mich und darüber bin ich überglücklich!“

Auch die behandelnden Ärzte um Khaled Awad und Dr. Leuchter sind mit dem Ergebnis der Operation sehr zufrieden: „Uns ist es hervorragend gelungen, die Vene mit einem Stent zu „reparieren“, so dass unser Patient schon unmittelbar nach der OP wieder gut Luft bekommen hat und inzwischen – nur vier Wochen nach dem Eingriff – wieder locker und voller Elan 80 Kilometer durch die Ardennen radelt“, freuen sich die Experten.

Als Dankeschön hatte sich der 56-Jährige etwas Besonderes einfallen lassen. Bei seinem Besuch im „Marien“ gab er dem MHA-Radteam um Markus Apfelbaum (Leiter Ambulantes Rehazentrum), Benjamin Michael Koch (Vorstand der Stiftung) und PD Dr. med. Gottfried J. Mommertz (Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie) wertvolle Profi-Tipps für die nächste Rad am Ring Tour 2021!

Lieber Jens, wir wünschen Dir von Herzen alles Gute und bedanken uns für Dein Vertrauen!


Infobox: Was ist eine Ablation?

Eine Ablation ist ein Eingriff durch die Leiste, bei dem überzählige oder krankhafte Leitungsbahnen und Erregungsherde verödet werden. Dadurch können bestimmte Formen von Herzrhythmusstörungen dauerhaft beseitigt werden. Im Marienhospital Aachen bieten wir die neuesten Methoden an. Zunehmend werden Ablationen sogar ohne Röntgenstrahlung durchgeführt. Follow-up-Checks erfolgen anschließend durch eine Smartphone-App zu Hause.