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Eröffnung des neuen Herz- und Gefäßzentrums am Marienhospital Aachen

Drei Fachkliniken schließen sich zusammen in der Behandlung von kardiologischen und gefäßmedizinischen Patienten

(v.l.n.r.) Vorstand Benjamin Michael Koch, Chefarzt Dr. med. Rainald Bachmann, Chefarzt PD Dr. med. Gottfried J. Mommertz und Chefarzt PD Dr. med. Tudor C. Pörner

Das Marienhospital Aachen hat im März 2019 ein Herz- und Gefäßzentrum gegründet. „Die Gesundheit unserer Patientinnen und Patienten liegt uns buchstäblich am Herzen“, betont PD Dr. med. Tudor C. Pörner (Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie). „Wir sind im Oktober 2017 gestartet mit einem der modernsten Herzkatheterlabore mit absoluter High-End-Ausstattung im Bereich der Echokardiographie sowie in der Großgerätediagnostik. Schon in unserem ersten Jahr konnten wir über 1300 stationäre Fälle mit hoher Qualität behandeln. Die Gründung unseres Herz- und Gefäßzentrums war hier der nächste große Entwicklungsschritt“, erläutert der Chefarzt der Kardiologie.

Neben der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie gehören zum neuen Herz- und Gefäßzentrum auch die Klinik für Gefäßchirurgie unter der Leitung von Chefarzt PD Dr. med. Gottfried J. Mommertz und sowie die Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie von Chefarzt Dr. med. Rainald Bachmann. „Unser Anspruch ist der Fokus auf eine ganzheitliche Herz- und Gefäßmedizin. Die Patienten werden durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit optimal durch ihren Genesungsprozess begleitet mit dem Ziel einer Rundum-Versorgung mit ganzheitlichen Behandlungsschwerpunkten, kurzen Wegen, fachlicher Expertise und präventiven Maßnahmen“, unterstreicht Dr. Mommertz.
Die Ursache vieler Erkrankungen des Herzens wie auch der Schlagadern ist die Gefäßverkalkung (Atherosklerose). Aus diesem Grund haben viele Patienten mit Erkrankungen des Herzens auch Probleme mit den Schlagadern und andersherum. „Um diesen Patienten gerecht zu werden und sie optimal zu behandeln, ist es naheliegend, dass die Kliniken für Gefäßchirurgie, Kardiologie und Radiologie sich zu einem Zentrum zusammengeschlossen haben, um diese Erkrankungen gemeinsam zu therapieren“, sagt Vorstand Benjamin Michael Koch.

„Zur Gründung des Zentrums war ein aufwändiger Prozess notwendig. Im ersten Schritt gehörte dazu die Etablierung der neuen Klinik für Kardiologie mit der dazugehörigen medizinisch-technischen Infrastruktur und personellen Expertise, außerdem haben wir Stationen umstrukturiert, um die beteiligten Kliniken räumlich nah zusammen zu bringen“, ergänzt der Vorstand.

„Standardmäßig gehört bei uns im Herz- und Gefäßzentrum zu jeder großen Gefäßoperation eine Herzuntersuchung zur Risikoeinschätzung und vor einer Herzkatheteruntersuchung schauen unsere Gefäßchirurgen, welche Gefäße als Zugang für den Katheter zum Herzen am besten geeignet sind“, berichtet Dr. Mommertz. „In unserem Zentrum erkennen wir selten auftretende Komplikationen wie zum Beispiel eine Herzmuskelschwäche nach einer Operation oder eine Blutung nach einer Kathetheruntersuchung frühzeitig und können sie so optimal versorgen.“
In der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie sind alle gängigen bildgebenden Verfahren verfügbar. Die Klinik ist voll digitalisiert und mit RIS und PACS ausgestattet. Im Schnittbild-Bereich steht ein 80 Zeilen Computertomograph und ein 1,5 T Magnetresonanztomograph der neuesten Generation zur Verfügung. „Hiermit ist sowohl die nicht invasive Darstellung der Herzkranzgefäße (CT-Koronarangiografie) als auch die Beurteilung der Herzfunktion (Herz-MR) möglich“, erläutert der Chefarzt Dr. med. Rainald Bachmann. „Das Blutgefäßsystem kann mit der MR-Angiographie vor Operationen oder anderen Eingriffen detailliert und genau abgebildet werden. Weiterhin verfügt die Klinik über einen Angiographie-Arbeitsplatz, an dem Ballonerweiterungen der Blutgefäße (PTA) durchgeführt werden können. Ein Schwerpunkt der Klinik liegt in der interventionellen, endovaskulären Gefäß-Therapie, die in enger Absprache und Zusammenarbeit mit den gefäßchirurgisch tätigen Kollegen durchgeführt wird. Die Notfallversorgung wird durch eine fachärztlich besetzte Rufbereitschaft Tag und Nacht sichergestellt“, so der Experte.

Ziele des Herz- und Gefäßzentrums
Chefarzt PD Dr. med. Gottfried J. Mommertz erläutert die Hintergründe

„Der größte Vorteil besteht darin, dass nicht mehr ein einzelnes Krankheitsbild im Vordergrund steht, sondern der Mensch in seiner Gesamtheit. Das wird bei einer sich immer mehr spezialisierenden Medizin nur durch eine funktionierende Zusammenarbeit mehrerer Experten erreicht, die den Menschen eben nicht nur aus einer, sondern aus vielen Perspektiven betrachten. Ein weiterer Vorteil sind unsere Screeningprogramme, durch die bislang noch nicht bemerkte Erkrankungen im Vorfeld erkannt und oft auch leichter behandelt werden können als zu einem späteren Zeitpunkt.
Die Wege in unserem Herz-Gefäßzentrum sind kurz, wir müssen nicht wie bisher für spezielle Untersuchungen (z. B. Ultraschall der Halsschlagader, Langzeit-EKG oder Langzeit-Blutdruckmessung, Funktionsuntersuchungen des Herzens usw.) schriftliche Anfragen (Konsile) erstellen und auf Termine warten, sondern haben für die einzelnen Krankheitsbilder die Verfahren standardisiert, so dass die Untersuchungsabläufe bereits vor der stationären Behandlung festgelegt sind. Auch bei unvorhergesehenen Ereignissen ist es für alle Beteiligten gut, wenn der benötigte Kollege quasi nebenan steht.

Was ist der Mehrwert für die Mitarbeitenden?

Das gesamte Team des Herz-Gefäßzentrums (Ärzte, Pflegende, technische Assistenten, Wundtherapeuten und viele mehr) erleben ein funktionierendes Zentrum, dessen Bandbreite zum einen sehr spannend und interessant ist, zum anderen auch viele Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung und auch der persönlichen Entwicklung bietet. Durch die gut aufeinander abgestimmten Abläufe kann ein Teil des täglichen Arbeitspensums reduziert werden. Auch Patiententransporte sind minimiert.

Welche Entwicklungen sehen Sie in den kommenden Jahren?

Ein Zentrum muss zusammenwachsen. Die gemeinsam festgelegten Standards und Behandlungsphasen müssen etabliert werden. In einem gut funktionierenden Zentrum weiß jeder zu jeder Zeit, welcher Schritt in der Behandlung des Patienten der nächste ist. Dadurch sparen wir viel Zeit in der Organisation. Zeit, die wir dann wieder unseren Patienten widmen können. Eine weitere Vision von uns ist, die komplette Stiftung in diesen Zentrumsgedanken einzubinden. Kaum ein Patient hat nur eine Erkrankung, aber viele der nicht im Vordergrund stehenden Erkrankungen werden unter Umständen nicht gesehen, solange der Patient nur von einer hochspezialisierten Klinik behandelt wird. Wir möchten, dass jeder Mensch mit all seinen Krankheitsbildern eine gesamtheitliche Betrachtung erfährt. Dies stärkt das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient und unterstützt den Genesungsprozess in optimaler Weise.
Wir haben mit unseren sehr gut ausgebildeten Ärzten in 14 Fachbereichen, unseren hochmotivierten Gesundheitspflegenden, unseren Wundtherapeuten und Physiotherapeuten eine wirklich hervorragende Mannschaft bereitstehen. Diese Kräfte zu bündeln und optimal in unser Herz- und Gefäßzentrum zu integrieren, ist unsere Aufgabe für die nächsten Jahre.“

Unsere Chefärzte im Herz- und Gefäßzentrum

Dr. med. Rainald Bachmann

Chefarzt
Dr. med. Rainald Bachmann

  • Facharzt für Diagnostische Radiologie
  • Telefon: 0241/6006-1701
  • Fax: 0241/6006-1709
PD Dr. med. Gottfried J. Mommertz

Chefarzt
PD Dr. med. Gottfried J. Mommertz

  • Facharzt für Chirurgie und Gefäßchirurgie, Endovaskulärer Spezialist
  • Telefon: 0241/6006-1301
  • Fax: 0241/6006-1309
PD Dr. med. Tudor C. Pörner

Chefarzt
PD Dr. med. Tudor C. Pörner

  • Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
  • DGK-Zertifizierung Interventionelle Kardiologie

Die Imagebroschüre zum Herz- und Gefäßzentrum können Sie hier herunterladen...

Presseveröffentlichung zur Eröffnung des Herz- und Gefäßzentrums im Marienhospital Aachen (Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten 7. März 2019)

Unseren Imagefilm zum Herz- und Gefäßzentrum sehen Sie hier...