Klinik für Plastische Chirurgie und Rekonstruktive Mikrochirurgie

PD Dr. med. Franz Lassner

Die Plastische Chirurgie ist ein spezialisierter Zweig der Chirurgie, der ursprünglich im Rahmen der allgemeinen Chirurgie praktiziert und gelehrt wurde und heute ein eigenständiges Fachgebiet geworden ist. Die Plastische Chirurgie befasst sich mit der Wiederherstellung von Form und Funktion zerstörter Körpergewebe. So genügt es beispielsweise nicht, einen durch Unfall abgetrennten Muskel wieder anzunähen, sondern es wird angestrebt auch seine Funktion wiederherzustellen. Dazu gehört vor allem auch die Rekonstruktion von zerstörten Nerven, ohne die sich ein Muskel nicht bewegen kann. Die Operationstechnik zeichnet sich durch besonders schonendes und blutarmes Operieren aus und ist nicht auf eine Körperregion begrenzt.

Die Plastische Chirurgie gliedert sich in folgende 4 Bereiche:

  • Verbrennungschirurgie

  • Handchirurgie

  • Rekonstruktive Chirurgie

  • Ästhetische Chirurgie

Die rekonstruktive Chirurgie ist im wahrsten Sinne des Wortes Wiederherstellungschirurgie. Sie ist naturgemäß nicht auf die Wiederherstellung nach Verbrennungen beschränkt, sondern umfasst ebenso die Behandlung chronischer Wunden und die Behandlung von Gewebszerstörungen durch Unfall oder Tumoroperationen. Die Transplantation körpereigenen Gewebes beschränkt sich nicht auf die Haut, sondern umfasst auch Muskulatur, Bindegewebe und in unserer Einrichtung vor allem auch Nerven.

Ein besonderer Schwerpunkt von PD Dr. med. Franz Lassner stellt die Mikrochirurgie von Nerven dar.
So kommt es bei der Geburt zuweilen zur Schädigung eines im Bereich der Achselhöhle gelegenen Nervengeflechtes, welches den gesamten Arm versorgt, dem sogenannten Plexus brachialis.

Schädigungen des Plexus brachialis treten vor allem auch durch Unfälle auf. Auch weiter peripher gelegene Nerven im Bereich der Ellenbeuge, des Unterarmes und der Hand können durch Unfälle oder Tumore direkt geschädigt werden. Auch auf Umwegen über die Absiedelungen in Lymphknotengebieten in der Achselhöhle können die Nerven geschädigt werden.

Nach Hüftgelenkoperationen kommt es zuweilen zu Schäden entsprechender Nerven im Beckenbereich, dem Plexus lumbalis, oder zu Schäden der Beinnerven, was mit chronischen Schmerzen und Lähmungen einhergehen kann.
Ebenso findet man Nervenschädigungen am Oberschenkel und Unterschenkel durch Unfälle oder auch durch Tumore bedingt. Teilweise handelt es sich dabei auch um kleine Tumore des Nervengewebes selbst.

Ein Nerv ist eine spezielle Körperzelle, die zwar extrem dünn, aber bis zu 1,50 m lang ist. Die Nerven durchziehen als Bündel vom Rückenmark ausgehend den gesamten Körper, ähnlich wie Stromkabel. Wird ein derartiges Nervenbündel durchtrennt, so degeneriert das periphere Ende innerhalb kürzester Zeit. Lediglich die den eigentlichen Nerv umhüllenden Stützzellen bleiben erhalten.

Diese erhaltenen Stützzellen sondern einen Lockstoff ab, der das Wachstum des zentral erhaltenen Nervenanteils stimuliert. Ist nun ein Nerv scharf durchtrennt, so kann er in das alte noch vorhandene Gerüst der Stützzellen einwachsen. In den meisten Fällen ist der Nerv aber zerrissen, so dass das wachstumsfähige Ende zu weit von den lockstoffabsondernden Zellen entfernt ist. Nach kurzem Umherirren stellt der nun ziellos aussprossende Nerv sein Wachstum ein und bildet eine Narbe an seinem Ende, die nicht selten Schmerzen und das Gefühl des Elektrisierens verursachen.

Hier bietet sich die Möglichkeit, durch Transplantation eines im Unterschenkel oder Unterarm gelegenen Hautnervs, die fehlende Brücke zwischen den getrennten Nervenenden herzustellen. Dies geschieht mit feinsten Instrumenten und haardünnen Fäden unter dem Operationsmikroskop. Das Nervengewebe des transplantierten Nerven geht dabei ebenfalls zugrunde, aber die nun vorhandenen Stützzellen stimulieren das Wachstum des verbliebenen Nerven und leiten ihn durch die Überbrückung an die alte Stelle in der Peripherie. Dieser Prozess dauert je nach Länge der Wachstumsstrecke zwischen ½ und 2 Jahren. Da Nerven keine Farbcodierung aufweisen, wie ihre technischen Gegenstücke, die elektrischen Kabel, ist das Ergebnis einer derartigen mikrochirurgischen Nerventransplantation weitestgehend abhängig von der Erfahrung  des Operateurs.

Ist ein Nerv nicht zerrissen, sondern durch einen Tumor oder andere äußere Einwirkung lediglich vernarbt, so genügt oft die mikrochirurgische Entfernung des Narbengewebes, um die Funktion zu verbessern.

Moderne Handchirurgie

Die Hand ist ein hochkomplizierter Teil unseres Körpers, in dem Knochen, Sehnen, Blutgefäße und Nerven auf engstem Raum untergebracht sind. Operationen an der Hand erfordern deshalb neben der genauen Kenntnis der anatomischen Strukturen und des funktionellen Zusammenwirkens eine spezielle handwerkliche Ausbildung. Wegen dieser Gegebenheiten ist es fast eine zwangsläufige Entwicklung, dass sich die Handchirurgie zu einem Spezialgebiet der Chirurgie entwickelte.

Erkrankungen der Hand sind vielfältiger Natur. Neben Missbildungen und Verletzungen findet man krankhafte Veränderungen der Gelenke, der Sehnen und Nerven, welche die Funktionsfähigkeit beinträchtigen können.

Die wohl häufigste Erkrankung ist das Karpaltunnelsyndrom.

Hierbei kommt es durch Überlastung zunächst zu einer Entzündung der Sehnenscheiden. Das dadurch aufquellende Gewebe der Sehnenscheide führt dazu, dass der Medianusnerv, der im sogenannten Karpaltunnel verläuft, eingeengt wird. Anfangs äußert sich dies vor allem nachts durch „Einschlafen“ der Finger. Im weiteren Verlauf kommen Schmerzen und Kraftlosigkeit der Finger hinzu. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist eine Operation angezeigt. Bei diesem relativ kleinen Eingriff wird das sogenannte Karpalband gespalten, wodurch der Nerv wieder Platz hat. Haben die Beschwerden noch nicht lange bestanden, so verschwinden die Symptome häufig sofort nach der Operation. Bestanden die Beschwerden schon länger, so benötigt der Nerv unter Umständen einige Monate, um sich zu regenerieren.

Die Operation wird, wie fast alle Handoperationen in Blutleere ausgeführt. Zu diesem Zweck wird der betreffende Arm mit einem Gummiband ausgewickelt und mit einer Manschette am Oberarm die Blutzufuhr unterbunden. Der Eingriff kann in Vollnarkose oder auch Plexusanästhesie erfolgen, bei der nur der zu operierende Arm betäubt wird.

Eine ebenfalls häufig vorkommende Erkrankung der Hand ist der springende Finger.

Diese Erkrankung beruht auf einer abgelaufenen Entzündung der Sehnenscheiden, welche die Beweglichkeit der Fingerbeugesehne einschränkt. Die Operation, nämlich die Spaltung des sog. Ringbandes dauert 10 bis 15 Minuten und kann in Lokalanästhesie ausgeführt werden.

Eine weitere Erkrankung der Hand ist der Morbus Dupuytren.

Es handelt sich um eine gutartige Wucherung des Bindegewebes der Handinnenfläche und der Finger, die nach mehreren Jahren zur Fixierung der Finger in Beugestellung führt und die Funktion der Hand erheblich einschränken kann.

Die Operation ist etwas aufwendiger als die oben genannten, je nachdem, wie viele Finger betroffen sind. Sie kann aber ebenfalls in Plexusanästhesie ausgeführt werden. Unter Verwendung einer Lupenbrille wird das überschüssige Bindegewebe abgetragen, wobei umwachsene Nerven und Blutgefäße sorgfältig frei präpariert werden müssen.

Eine weitere häufige Erkrankung stellt das, im Volksmund als „Überbein“ bezeichnete sogenannte Ganglion dar. Ausgehend von einer angeborenen oder durch Überbeanspruchung oder Verletzung entstandenen Schwachstelle der Gelenkkapsel oder einer Sehnenscheide bildet sich ein bindegewebiges Säckchen, das mit einer gallertigen Flüssigkeit, gewissermaßen der Gelenkschmiere, gefüllt ist und durch Druck auf benachbarte Nerven Schmerzen verursachen kann. Die Operation besteht in der Abtragung dieses Säckchens und gegebenenfalls in der Verstärkung der Schwachstelle. Auch bei dieser Operation ist eine sorgfältige Präparation zur Schonung der überall vorhandenen Nerven erforderlich.

Weitere Erkrankungen der Hand sind Arthrosen der Finger und des Handgelenkes.

Dabei handelt es sich um einen Verschleiß des Gelenkknorpels, der leider nicht ersetzt werden kann. Gegen die bei diesen Krankheiten auftretenden Schmerzen hilft dann häufig nur eine Denervierung, d.h. ein Durchtrennen des schmerzvermittelnden Nerven.

Neben den hier beschriebenen Erkrankungen der Hand sind vor allem angeborene Veränderungen, wie die Syndaktylie (Schwimmflossenhand), bei der mehrere Finger zusammengewachsen sind zu erwähnen. Unfallbedingte Verletzungen führen oft zu Fehlstellungen und Empfindungstörungen. Letztere können durch frühzeitige Nervennaht vermindert oder ganz vermieden werden.

Die meisten Operationen an der Hand können ambulant ausgeführt werden. Bei aufwendigeren Gewebeverpflanzungen ist eine stationäre Behandlung erforderlich.

Ihr Ansprechpartner für die Plastische Chirurgie/Rekonstruktive Mikrochirurgie und Handchirurgie:

Pauwelsklinik
Plastische Chirurgie - Mikrochirurgie peripherer Nerven
Boxgraben 56-58
52064 Aachen

Priv. Doz. Dr. med. Franz Lassner
Facharzt für Chirurgie,
Plastische Chirurgie und Handchirurgie
Chirurgie der peripherer Nerven,
Rekonstruktive Mikrochirurgie

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