Gespräch mit Chefarzt PD Dr. med. Tudor C. Pörner (Oktober 2017)

Sehr geehrter Herr Dr. Pörner,

Sie sind nicht nur der neue Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie im Marienhospital Aachen, sondern gleichzeitig stehen Sie vor der Herausforderung, eine ganz neue Klinik zu etablieren.

1. Was bedeutet dieser doppelte Neuanfang für Sie ganz persönlich?

Der doppelte Neuanfang – die Gründung einer neuen Klinik für Innere Medizin und Kardiologie im Marienhospital Aachen sowie meine Ernennung als Chefarzt – stellen eine einzigartige Herausforderung dar. Es gibt immer noch kein allgemein gültiges Rezept, wie man solche Aufgaben fehlerfrei erfüllt. Dennoch bin ich überzeugt, dass beide zu bewältigen sind, indem man das erlernte fachliche Know-how und die Erfahrung in der Mitarbeiterführung, die ich mitgebracht habe, konsequent umsetzt. Zweifelsohne bin ich in der Anfangsphase im besonderen Maße auf die Kooperation, auf den Rat und auf die Zuwendung meiner neuen Mitarbeitenden aus der Klinik, aus anderen Fachabteilungen, der Pflege, den Funktionsdiensten sowie aus der Unternehmensführung angewiesen. Dass es Schwierigkeiten geben wird, ist mir durchaus bewusst, aber unsere gemeinsame schöne Aufgabe – die Etablierung einer modernen Kardiologie im Marienhospital Aachen – verleiht uns die Motivation und die notwendige Energie dafür.

2. Sie sind ein hoch anerkannter Kardiologie und Wissenschaftler. Welche Expertise bringen Sie in Ihre Klinik ein? Was erwartet Ihre Patienten?

Mein Team und ich haben viele Jahre in universitären Herzzentren gearbeitet und dabei eine solide theoretische und praktische Expertise auf allen Gebieten der klinischen Kardiologie gewonnen. Dazu gehören die multimodale Diagnostik und die interventionellen Therapieverfahren der koronaren Herzkrankheit, der akuten Koronarsyndrome sowie der Klappenvitien, die Therapie der Herzinsuffizienz, die Implantation und Nachsorge von Rhythmusimplantaten und selbstverständlich die kardiale Bildgebung. Somit ist das breite Spektrum der kardiovaskulären Medizin von der Prävention bis hin zur medikamentösen und interventionellen Therapie und Nachsorge abgedeckt. Unsere Patienten dürfen von uns eine qualitativ hochwertige medizinische Behandlung gemäß aktueller Leitlinienempfehlungen erwarten – durchgeführt von erfahrener Hand, mit modernster Technik und stets begleitet von einer ganzheitlichen Berücksichtigung des Patienten als Mensch in seinem familiären und sozialen Umfeld, mit all seinen Sorgen und Nöten.

3. Sie haben Ihr neues Team gemeinsam mit dem Vorstand der Stiftung aufgebaut. Worauf kam es Ihnen dabei besonders an? Was zeichnet Ihre Mannschaft aus?

Als interventioneller Kardiologe ist man in besonderem Maße auf Teamarbeit angewiesen. Als ich Oberarzt in Jena in der Universitätsklinik geleitet von Professor Figulla geworden bin, durften mich junge Mitarbeitende und Doktoranden aus meiner Ausbildungsstätte (Universität Heidelberg, Klinikum Mannheim) begleiten. Dieser Mentoring-Geist ist daher aus meiner Sicht unabdingbar für den Erfolg jeder medizinischen und akademischen Laufbahn. Ich freue mich besonders, dass ich bei meinem jetzigen Wechsel ins Marienhospital Aachen auf die Unterstützung meiner langjährigen wissenschaftlichen Mitarbeiterin PD Dr. med. Sylvia Otto zählen kann. Die neue leitende Oberärztin Dr. Otto ist eine echte Allrounderin. Zusammen mit den anderen Fach- und Oberarztkollegen bilden wir somit ein erfahrenes Team und können es kaum erwarten, unsere Arbeit im Marienhospital aufzunehmen.  

4. In dem neuen Herzkatheterlabor wurde modernste Technik implementiert. Was unterscheidet Ihre Klinik von anderen Häusern in der Region?

Wir verfügen über die neueste technische Ausstattung sowohl im Herzkatheterlabor als auch in der nicht-invasiven Funktionsdiagnostik und in der kardiovaskulären Bildgebung. Das ist in der Tat einzigartig und nur im Falle einer Neugründung wirklich denkbar. Da ich neu in der Region bin, kann ich keinen direkten Vergleich in dieser Beziehung zu anderen Häusern anstellen. Was allerdings neben der technischen Ausstattung eine essentielle Rolle spielt, ist die Strukturierung der Abläufe, der Diagnostik und Behandlungspfade bei den relevanten Krankheitsbildern, so dass die vorhandene Technik und die Personalressourcen optimal angewandt werden.

5. Sie legen viel Wert auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den anderen Fachabteilungen des Marienhospitals Aachen. Was ist das Besondere im MHA?

Als Spezifikum hier im Hause sehe ich die schnelle, direkte, hierarchisch flache und stets kollegiale Kommunikationsart sowohl zwischen Fachabteilungen, als auch klinikintern z.B. zwischen dem Chefarzt und den Fach- und Oberarztebenen. Desweiteren ist für mich die Zusammenarbeit mit dem gesamten Herzzentrum des Universitätsklinikums Aachen, insbesondere die Herzteambildung mit den Kollegen aus der Kardiologie und Herzchirurgie im Uniklinikum von großer Bedeutung. In der Kardiologie kommt es häufig vor, dass wir rasch interdisziplinäre Entscheidungen treffen müssen und dafür wurden hier die Softwarevoraussetzungen etabliert, um Patientenbefunde einschließlich Bild- und Filmdateien mit verschiedenen Praxen, Kliniken und mit dem Universitätsklinikum auszutauschen.

6. Welche Visionen haben Sie für Ihre neue Klinik?

Die neue Klinik für Innere Medizin und Kardiologie im Marienhospital Aachen soll neben Exzellenz in der Versorgung und Betreuung von Patienten auch eine optimale Arbeitsumgebung für alle Mitarbeitenden gewährleisten und eine wertvolle Ausbildungsstätte für junge Ärzte und Medizinstudierende darstellen. Dabei lassen wir uns durch die bewährten Instrumente des Qualitätsmanagements anleiten und kontinuierlich evaluieren. Wir möchten durch die Verbindung von medizinischer Qualität, ethischem Anspruch und familiärer Atmosphäre eine Institution im MHA erschaffen, mit der sich unsere Patienten und Zuweiser, die Mitarbeitenden und Weiterzubildenden dauerhaft identifizieren.