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Chefarztwechsel im Marienhospital Aachen: Neue Spitze in der Gefäßchirurgie

Staffelübergabe im Marienhospital Aachen! Der langjährige und renommierte Chefarzt der Klinik für Vaskuläre und Endovaskuläre Chirurgie Professor Dr. med. Emile Paes verabschiedet sich nach 23 Dienstjahren im Marienhospital Aachen in den wohlverdienten Ruhestand. Im Rahmen einer Festveranstaltung am 3. Juli 2013 in den Kurparkterrassen in Burtscheid wurden seine Verdienste für die Katholische Stiftung Marienhospital Aachen feierlich gewürdigt. Mehrere hundert Gäste waren der Einladung gefolgt, um sich von Professor Paes zu verabschieden und seinen Nachfolger Privat-Dozent Dr. med. Gottfried Jakob Mommertz zu begrüßen, der am 1. Juli die Leitung der Klinik übernommen hat. Dr. Mommertz wechselt vom St. Marien-Hospital Bonn ins MHA und freut sich auf die neue Herausforderung.
Professor Dr. med. Emile Paes wurde im Jahr 1948 in Munstergeleen in den Niederlanden geboren und absolvierte nach dem Abitur im Jahr 1967 sein Medizinstudium an der Universität Utrecht. Im Anschluss folgte eine breitgefächerte Allgemeinchirurgische und Unfallchirurgische Ausbildung in den Niederlanden, Kenia und Deutschland. Am 1. September 1984 wurde er zum Oberarzt der Allgemeinchirurgischen Abteilung der Städtischen Krankenanstalten Idar-Oberstein ernannt. Nach seiner Promotion entschied sich Paes für eine wissenschaftliche Laufbahn und begann 1985 als wissenschaftlicher Assistent in der Abteilung für  Gefäß-, Thorax- und Herzchirurgie am Klinikum der Universität Ulm, die er 1990 mit seiner Habilitation krönte. „Die Handschrift der Ulmer Schule hat sich bis in Ihr Wirken im Marienhospital Aachen fortgesetzt: Ihr Einsatz um den Aufbau eines Gefäßzentrums mit der engen Verzahnung zwischen Gefäßchirurgie, Radiologie und angiologisch tätigem Internisten beweist dies eindrucksvoll“, lobt Monsignore Heribert August (Vorsitzender des Kuratoriums der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen) Professor Paes in seiner Laudatio. „Auf Ihren beruflichen Stationen haben Sie unübersehbare Spuren hinterlassen. Ihr Lehrer Professor Rahmer beschrieb Sie seinerzeit als intelligenten, vielseitig ausgebildeten und für die Chirurgie begeisterten Arzt“, so Monsignore August weiter.
Seinen ersten Arbeitstag als Chefarzt der Gefäßchirurgischen Abteilung im Marienhospital Aachen hatte Professor Paes am 1. Januar 1991 im Alter von 42 Jahren. „Der Anfang war nicht ganz leicht. Es wurde erst nach meiner Einstellung damit angefangen, die Arterienchirurgie im MHA langsam aufzubauen“, erinnert sich Professor Paes an seine Startphase in Burtscheid. Damals hatten wir mit einer enormen Konkurrenz zu kämpfen, da viele Häuser in Aachen bereits gut aufgestellt waren. Aber uns ist es mit vereinten Kräften gelungen, die Gefäßchirurgie auch im Marienhospital Aachen zu etablieren und darauf können wir stolz sein“, freut sich Professor Paes. 
Von einem Fachbereich innerhalb der Chirurgischen Klinik hat sich die Gefäßchirurgie in den 1990er Jahren zu einer eigenständigen Klinik entwickelt. „Wir waren immer schon eine kleine Mannschaft und es wurde jedem Einzelnen viel abverlangt, aber durch unsere Flexibilität konnten wir uns im Team immer aufeinander verlassen“, erzählt der Neu-Ruheständler. „Während meiner Laufbahn als Chefarzt habe ich besonders die Kooperationsbereitschaft der Anästhesie und die intensive Zusammenarbeit mit der Radiologie des MHAs sehr geschätzt. So ging die Arbeit immer Hand in Hand.“

„In Ihren 23 Dienstjahren im Marienhospital Aachen haben Sie über Ihre höchste Fachlichkeit hinaus Ihre ganz eigenen Duftmarken gesetzt.“ Dazu zählten vor allem sein bescheidenes und unprätentiöses Wesen und sein Selbstverständnis, für jeden Patienten in gleicher Weise da zu sein. „Sie vermögen, die verschiedenen Aspekte Ihrer Persönlichkeit zu einer unnachahmlichen Symbiose zu integrieren: Ganz Chef, aber nicht unnahbar, den Mitarbeitenden zugewandt, sozial und stets hilfsbereit, fachlich versiert und erfahren“, würdigt Monsignore August den 65-Jährigen.
Aber nicht nur als exzellenter Gefäßchirurg hat sich Professor Paes weit über die Grenzen Aachens hinaus einen Namen gemacht. Auch als Maler und Bildhauer hat er mit zahlreichen Ausstellungen für Aufsehen gesorgt. Aus Schrott zaubert er beispielsweise tolle Skulpturen. Außerdem musiziert er für sein Leben gern. Mit seiner Querflöte gibt er zusammen mit anderen Musikern Benefizkonzerte, denn auch das soziale Engagement liegt dem scheidenden Chefarzt sehr am Herzen. „Ihr Brückenschlag zu jenen Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, zeigt sich nachhaltig in Ihrem vielseitigen sozialen Engagement: Sei es im Lionsclub, wo Sie viele Projekte aktiv unterstützen oder in Ihrem geliebten Afrika, wo Sie segensreich gewirkt haben“, unterstreicht Monsignore August.

Aber auch sportlich ist Professor Paes gerne aktiv. Der gebürtige Niederländer hat es sich in den letzten Jahrzehnten nicht nehmen lassen, von seinem Wohnsitz in Vaals bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad nach Burtscheid zu radeln. „Ich liebe es, mich an der frischen Luft zu bewegen.“ Auf die Frage, wie er sich kurz vor seinem wohlverdienten Ruhestand fühle, gibt Professor Paes unumwunden zu: „Es ist ein schönes Gefühl, aber ich habe auch leichte Wehmut. So gerne würde ich all meine gesammelten Erfahrungen und Erinnerungen und all das, was ich in den vergangenen Jahren erlebt habe, in ein Köfferchen packen und mein gesammeltes Wissen an meine Assistenz- und Oberärzte weitergeben. Doch das ist leider nicht möglich – jeder muss mit dem ersten Schritt beginnen.“

Seine nächsten Schritte stehen dagegen bereits fest. Zusammen mit seiner Frau baut er schon seit mehreren Jahren am gemeinsamen Altersdomizil, einem alten Bauernhaus in den französischen Pyrenäen. Und welche Erwartungen hat Professor Paes an seine Zukunft? „Ich wünsche mir, dass ich meine bisherigen Interessen wie Musik, das Malen und den Weinbau mit der mir zur Verfügung stehenden Energie wie bisher fortsetzen kann“, blickt der zweifache Familienvater nach vorn.

„Meinem Nachfolger Herrn Dr. Mommertz wünsche ich einen hervorragenden Start und ich bin mir sicher, dass die bestehenden guten Kontakte zum MHA auch weiterhin bestehen bleiben.“

Startschuss für neuen Chefarzt: Privat-Dozent Dr. med. Gottfried Jakob Mommertz übernimmt das Ruder

Die Zukunft der Klinik für Vaskuläre und Endovaskuläre Chirurgie des Marienhospitals Aachen gestaltet seit dem 1. Juli Privat-Dozent Dr. med. Gottfried Jakob Mommertz. Dr. Mommertz wurde am 19. März 1967 in Erkelenz geboren und studierte nach dem Abitur am Gymnasium Hückelhoven Humanmedizin an der RWTH Aachen. Hier schloss er auch 1998 seine Promotion ab zum Thema „Das Bronchialkarzinom und seine Metastasierung zur Nebenniere“. Im Jahr 2000 folgte die Facharztanerkennung für die Chirurgie und drei Jahre später für das Teilgebiet der Gefäßchirurgie. Seine wissenschaftliche Laufbahn krönte er 2010 – ebenfalls an der RWTH Aachen – mit seiner Habilitation über „Operationen an den supra-aortischen Gefäßen“. Sein fachliches Profil wird abgerundet als „Endovaskulärer Spezialist“ sowie durch die Fachkunden Strahlenschutz, Diagnostik und Interventionen für periphere und zentrale Gefäße. Während seiner beruflichen Laufbahn ist Dr. Mommertz stets dem Rheinland treu geblieben. „Nach dem AiP im Luisenhospital Aachen und meiner Assistenzarztzeit im Klinikum Maria Hilf in Mönchengladbach begann ich im Jahr 2003 als Oberarzt im St. Joseph Krankenhaus Haan. Von dort aus wechselte ich als leitender Oberarzt an die Chirurgische Universitätsklinik Bonn“, erzählt Dr. Mommertz. „Durch einen glücklichen Zufall lernte ich Professor Michael Jacobs in der Phase der Übernahme der Klinik und Poliklinik für Gefäßchirurgie im Universitätsklinikum Aachen kennen und ich musste nicht lange überlegen, als er mich fragte, ob ich dieses Abenteuer mit ihm gemeinsam als sein Stellvertreter in Aachen erleben möchte“, erinnert sich Dr. Mommertz an das Jahr 2005. „Bei ihm lernte ich noch einen großen Aspekt der Gefäßchirurgie kennen, nämlich den der offenen thorakoabdominellen Aortenrekonstruktionen, sicher eine der komplexesten Operationen, die heutzutage durchgeführt werden. Für diese Operationen ist Professor Jacobs ja europaweit der führende Experte.“

Nach einer zweijährigen Interimszeit bis 2011 als Leiter des Zentrums für Vaskuläre und Endovaskuläre Chirurgie am Helios-Klinikum Siegburg bekleidete Dr. Mommertz bis zuletzt den Chefarztposten der Klinik für Gefäßmedizin im St. Marien-Hospital Bonn. „Und nun sind Sie, lieber Herr Dr. Mommertz, bei uns „gelandet“, wie schön!“, freut sich Monsignore Heribert August in seiner Begrüßungsansprache. „Wir sind sehr glücklich, dass wir mit Herrn Dr. Mommertz einen derart kompetenten und versierten Gefäßchirurgen als neuen Chefarzt gewinnen konnten. Einen Chefarzt, der das medizinische Spektrum, das Professor Paes hier bereits ausgezeichnet etabliert hat, gewiss stärken und in der Zukunft noch weiter ausbauen wird“, ist sich Monsignore August sicher. „Mögen Sie immer eine gute Hand in der Begegnung mit Patienten und Mitarbeitenden haben. Möge durch Ihr Wissen und Können vielen Menschen geholfen und der gute Ruf Ihrer Klinik und unseres ganzen Hauses gemehrt werden. Bei all Ihrem Tun wünschen wir Ihnen viel Erfolg, stets „ein gutes Händchen“ und – wie bereits Ihr Vorname treffend ausdrückt – Gottes Schutz und reichen Segen.“
Jenseits seiner ärztlichen Tätigkeit ist der 46-Jährige gerne aktiv und liebt das Radrennfahren und Gitarre spielen. „Außerdem lese ich gerne und mache ausgedehnte Spaziergänge mit meiner Familie und unserem Labrador. Unser Hund heißt Bonito und spiegelt unsere Leidenschaft für Spanien wider, er wurde sogar auf  Spanisch erzogen“, lacht der neue Chefarzt.