Anatomie des ösophago-gastralen Verschlussapparats

Der Verschluss zwischen Speiseröhre (Ösophagus) und Magen gelingt durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren.
Die Muskultextur der Speiseröhre ist ein aufwendiges Netzwerk an längs- und quergerichteter sowie spiralförmig gewundener Fasern. Im Wechsel von Anspannung und Relaxation transportiert die Speiseröhre den Nahrungsbrei nach unten in Richtung Magen. Der konsequente Transport, die zeitgerechte Öffnung des unteren Ösophagusmunds sowie der anschließende Wieder-Verschluss sind das erste wichtige Kriterium für eine gute Funktion.
Der Durchtritt der Speiseröhre durch das Zwerchfell in den Bauchraum muss exakt passen. Eine zu weite Zwerchfell-Lücke unterstützt die Schlussfunktion des Übergangs nicht ausreichend, und führt durch den Überdruck im Bauch im fortgeschrittene Fall zu einem Übertritt von Magenanteilen in den Brustkorb (Zwerchfellbruch).
Der untere Speiseröhrenmuskel muss einen ausreichenden Tonus aufweisen, um in Ruhe verschlossen zu bleiben. Der Muskeltonus kann u.a. durch Medikamente aber auch durch Alterung abnehmen.
Die Mündung der Speiseröhre muss im Bauchraum seitlich am Magen liegen. Der höchste Teil des Magens (Fundus) muss die Mündung überragen. Speiseröhre und Magen bilden hier physiologisch einen spitzen Winkel von 50-60°. Die Abflachung dieses His´schen Winkels mindert die Verschlusskraft.
Der Magen muss sich kontinuierlich in den Zwölffinger-Darm entleeren. Eine gestörte Magenentleerung, die ein häufiges Altersphänomen darstellt und gehäuft bei Diabetes mellitus auftritt, retiniert Nahrung im Magen, die dann um so leichter refluxen kann.
Minimal-invasive Chirurgie
Marienhospital Aachen Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie