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Wenn das Herz aus dem Takt gerät

06.12.2017

Chefarzt PD Dr. med. Tudor Pörner (Mitte) begrüßte rund 150 Teilnehmer bei seinem mha-Gesundheitsforum „Vorhofflimmern“ am 5. Dezember im Marienhospital Aachen.

mha-Patientenforum zum Thema Vorhofflimmern mit großem Zuspruch

Solange das Herz regelmäßig schlägt, ist der Mensch lebendig. Was aber geschieht, wenn das Herz schmerzt und krank wird? Über 300.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Herzinfarkt – zehn Prozent der über 70-Jährigen leiden an Vorhofflimmern. Das sind mehr als 1,8 Millionen Deutsche. Hierbei handelt es sich um eine sehr häufige Herzrhythmusstörung, bei der das Herz unregelmäßig schlägt. Manchmal bemerken die Betroffenen das Vorhofflimmern gar nicht. Andere verspüren ein „Herzstolpern“ oder Herzrasen. Auch Atemnot, Schwindel oder ein Druckgefühl im Brustkorb können Symptome des Vorhofflimmerns sein.

Dass es sich beim Vorhofflimmern um ein weit verbreitetes Krankheitsbild handelt, das hat auch der große Zuspruch beim mha-Patientenforum „Das Herz aus dem Takt: Vorhofflimmern – Diagnose und Behandlung“ am 5. Dezember gezeigt. Rund 150 Gäste hat der neue Chefarzt PD Dr. med. Tudor C. Pörner an diesem Abend im Marienhospital Aachen begrüßt. Bei einigen Zuhörern dürfte auch eine „Portion Neugier“ dabei gewesen sein auf den neuen Leiter der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie. Denn der renommierte Spezialist ist gerade einmal drei Monate in Burtscheid tätig.

Vorhofflimmern entwickelt sich meistens im höheren Alter. Warum es entsteht, ist jedoch nicht vollständig geklärt. Da sich die Herzstruktur im Alter ändert und das Herzgewebe zunehmend vernarbt, werden elektrische Signale im Vorhof fehlerhaft weitergeleitet. Dadurch kreisen die Signale durch das Vorhofgewebe und stören die normale Herzaktivität.

„Da sich in Folge des Flimmerns die Vorhöfe nicht mehr regelmäßig zusammenziehen, kommt es zu Blutgerinnseln, die vom Blutstrom fortgeschwemmt zum Schlaganfall und anderen Gefäßverschlüssen führen können“, warnt PD Dr. Pörner. „Das Risiko ist für die einzelnen Patienten unterschiedlich. Die
meisten benötigen eine gerinnungshemmende Therapie“, so der Herzspezialist.

Es gibt einige Risikofaktoren, die Vorhofflimmern begünstigen können. Viele chronische Erkrankungen zählen dazu. „Ein lang bestehender Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Diabetes mellitus, Schilddrüsen- und Lungenerkrankungen, das Schlafapnoe-Syndrom oder Nierenerkrankungen können langfristig zu Vorhofflimmern führen“, unterstreicht PD Dr. Pörner.

„Die beste Strategie ist die Behandlung der Grundkrankheit“, erklärt der Chefarzt. „Aber auch Verfahren wie die elektrische Kardioversion oder die Katheterablation können eine sinnvolle Therapie des Vorhofflimmerns sein.“

Bei Patienten, bei denen die gerinnungshemmende Therapie zu Komplikationen führt, gibt es eine Alternative zur Schlaganfallprophylaxe: Der interventionelle Vorhofohr-Verschluss, bei dem ein Teil des linken Herzvorhofs mit einem „Stöpsel“ verschlossen. Dadurch wird das Schlaganfall-Risiko bei Vorhofflimmern gesenkt.

Alle Infos zur Kardiologie im Marienhospital Aachen gibt´s hier...