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20.08.2018

Fußball-Tipps der MHA-Experten

„Regeneration nach Verletzungen ist das A und O. Besonders Jugendliche und junge Spieler sollten Verletzungen gut ausheilen. Mit Gelenk-, Bänder- und Knorpelverletzungen ist nicht zu spaßen. Eine ausreichende Regenerationszeit schützt vor Folgeerkrankungen. Wer zum Beispiel eine Kreuzbandruptur nicht ordentlich ausheilt, hat ein massiv erhöhtes Arthroserisiko im Alter. Bei Fußballern kommt es nicht selten in späteren Jahren zu endoprothetischen Eingriffen wie dem Einsatz eines künstlichen Kniegelenks.“

Chefarzt Dr. med. Thomas Quandel
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Facharzt für Chirurgie, Spezielle Orthopädische Chirurgie, Spezielle Unfallchirurgie

„Die Kreuzbandverletzung ist im Fußball gefürchtet, denn es ist eine häufige und zugleich schwere Verletzung. Ein vorderer Kreuzbandriss ist dabei wesentlich häufiger als ein hinterer. Der vordere Kreuzbandriss wird vor allem bei sportlich aktiven Patienten durch eine Kreuzbandplastik minimal-invasiv operativ versorgt. Dabei ersetzt eine körpereigene Sehne das zerrissene Band.

Prävention ist wichtig! Eine ungenügende Vorbereitung kann genauso wie falsches oder einseitiges Training die Verletzungsgefahr erhöhen. Außerdem hilft natürlich ein richtiges Aufwärmen, um das Verletzungsrisiko zu reduzieren.“

Leitender Oberarzt Dr. med. Michael Lörken
Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie
Spezielle Unfallchirurgie, Sportmedizin
ATLS-Instruktor

„Eine Verletzung ist schnell passiert. Dann sind die ersten Minuten entscheidend und können den anstehenden Heilungsprozess stark beeinflussen!

Als Erstversorgungsmaßnahme von Prellungen, Zerrungen und Bänderverletzungen kann man dem Merkwort PECH folgen. Egal ob im Training, Spiel oder bei einer privaten Laufeinheit. Der Ablauf der Erstversorgung hat entscheidenden Einfluss auf die anstehende Regenerationszeit und sollte daher nicht unterschätzt werden:

Pause (Ruhigstellung)

Eis (Kälteanwendung)

Compression (Druckverband)

Hochlagerung“

Oberarzt Niklas Haberstroh
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

„Manche erinnern sich vielleicht noch an das Zitat von Christoph Kramer bei der WM 2014: „Schiedsrichter, ist das das Finale?“ Das bei ihm durch einen Zusammenstoß ausgelöste Schädelhirntrauma tritt beim Fußball nicht selten auf: bei Kopfbällen, Stürzen oder wenn Spieler zusammenprallen, kann das Gehirn Schaden nehmen. Die Gefahr kann aber auch vom Ball selbst ausgehen. Obwohl ein Fußball höchstens 450 Gramm wiegen darf, entwickelt er eine ganz schöne Wucht, wenn er kräftig geschossen wird. In manchen Spielen fliegt er sogar mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde über das Spielfeld. Bei Kopfverletzungen oder Verdacht auf Gehirnerschütterung müssen die Fußballer umgehend aus dem Spiel genommen und medizinisch untersucht werden.“

Oberärztin Dr. med. Saskia Mooij
Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie
Zertifizierte Fußchirurgin (GFFC, DAF)
Spezielle Unfallchirurgie, Sportmedizin

„Die Füße sind das Handwerkszeug des Fußballers. In der Regel sind sie durch hochwertige Fußballschuhe mit fester Schnürung und solider Fersenkappe gut geschützt. Manchmal können neben komplexen Frakturen im Mittelfußbereich mit Bandausrissen (Lisfrancsche Luxationsfrakturen) auch sogenannte Marschfrakturen auftreten. Hierbei bricht ein Mittelfußknochen nach einer chronischen, langfristigen Überbelastung. Auch die chronische Reizung der Peronealsehnen am Außenknöchel oder deren Luxation aus der Knochenrinne sind mögliche Fuß(baller)komplikationen.“

Oberarzt Dr. med. Alexander Sikorski
Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie, Physikalische Therapie und Fußchirurgie
Mitglied des Vorstandes der Gesellschaft für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie e.V. (GFFC)

„Achillessehnenschmerzen sind bei Sportlern leider ein sehr häufiges Problem. Wenn die Symptome lange ignoriert werden, können sie chronisch werden. Bei beginnenden Schmerzen der Achillessehne, die sich durch Anlauf- und Belastungsschmerzen bemerkbar machen, empfehlen wir eine Kontrolle durch Ultraschall und den schnellstmöglichen Beginn von physikalischen Maßnahmen. So können Schmerzen gelindert werden und die Gefahr von größeren strukturellen Veränderungen bis zum Riss der Sehne wird gesenkt.“

Oberarzt Dr. med. Lars Goecke
Facharzt für Orthopädie
Physikalische Therapie und Balneologie, Akupunktur

„Nicht jeder Fußballplatz ist so topgepflegt wie die WM-Spielstätten. Löcher im „Fußball-Acker“ oder unebene Böden erhöhen die Verletzungsgefahr der Spieler erheblich. Das „Umklinktrauma“ des Sprunggelenkes gehört zu den typischen Verletzungsmustern von Fußballern. Die hierbei auftretenden Verletzungen sind vielfältig und gehen von Außenbandverletzungen bis hin zu Knorpelausbrüchen am Sprungbein. Präventiv rückt aus diesem Grund die Schulung der sogenannten Propriorezeptoren immer mehr in den Fokus der Trainingseinheiten. Hierbei werden Balanceübungen auf unebenen Böden und auf sogenannten Therapiekreiseln oder Balance-Boards durchgeführt. Das Sprunggelenk lernt so, frühzeitig eine Ausweichbewegung vor dem Umklinkereignis zum Schutz des Bandapparates einzuleiten und somit größere Schäden zu vermeiden.“

Dr. med. Ursula Keuken
Fachärztin für Chirurgie
Zertifizierte Fußchirurgin (GFFC)

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