Konzerte

Aktuelles

Sein Knie war sein Schutzengel

27.06.2018

Anton Natus hat den ECMO-Eingriff nach seinem schweren Herzinfarkt gut überstanden. Chefarzt PD Dr. med. Tudor C. Pörner und sein Team haben ihm mit der Operation das Leben gerettet.

ECMO-Eingriff im Marienhospital Aachen rettet Anton Natus nach Herzinfarkt das Leben

Sein Meniskus hat Anton Natus schon lange das Leben schwergemacht. Der rüstige Ruheständler entschied sich aus diesem Grund zu einer Knie-Operation in der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin von Chefarzt Dr. med. Thomas Quandel im Marienhospital Aachen. „Die Operation ist hervorragend verlaufen. Aber einige Tage danach bekam ich im Krankenhaus Probleme mit meinem Blutdruck, der viel zu niedrig war, und ich spürte Druck auf meiner Brust und eine leichte Luftnot“, erzählt der 78-Jährige stirnrunzelnd. Dann ging alles ganz schnell: Die Ärzte der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie im Marienhospital nahmen Anton Natus in ihre Obhut. „Bei der Herzkatheteruntersuchung konnten wir den Verdacht auf einen Herzinfarkt mit hochgradiger Hauptstammstenose bestätigen“, erläutert Chefarzt PD Dr. med. Tudor C. Pörner. „Die rechte Herzarterie von Herrn Natus war komplett zu und die linke hochgradig verengt. Wir mussten also schnellstmöglich handeln. Da sein Herz aber stark geschwächt ist, haben die Herzchirurgen eine Bypass-Operation ausgeschlossen, so dass wir uns für einen interventionellen Eingriff entschieden haben“, berichtet der Chefarzt. „Hierbei kam erstmals unsere neu angeschaffte ECMO (Extrakorporale Membranoxygenierung) zum Einsatz. Die Veno-Arterielle ECMO ist eine kleine Herz-Lungen-Maschine, bei der das Blut am Herzen vorbei in eine Arterie (Arteria femoralis) geleitet wird, so dass ein Parallelkreislauf entsteht, wodurch das Herz maximal entlastet werden kann“, erläutert der Experte. „Die ECMO kommt insbesondere bei Patienten wie Herrn Natus zum Einsatz, die über eine sehr schlechte Pumpfunktion des Herzens (Herzinsuffizienz) verfügen. Wir haben ihm bei der Operation fünf Stents implantiert, die nun die Gefäße weiten und weitere Infarkte verhindern sollen“, so Dr. Pörner.

Bei Anton Natus handelte es sich aufgrund des schweren Herzinfarktes und starker Verkalkungen in den Gefäßen um einen Hochrisikoeingriff. „Ganz klar: bei mir ging es um Leben um Tod“, erzählt der 78-Jährige mit belegter Stimme. „Aber ich hatte volles Vertrauen in die Ärzte. Ich habe Herrn Dr. Pörner gesagt: Ich lege mein Leben in ihre Hände, enttäuschen Sie bitte meine Familie nicht.“ Nach ein paar tiefen Atemzügen ergänzt er: „Ich bin ehrlich, ich hatte abgeschlossen.“ Da war die Freude nach dem mehrstündigen Eingriff umso größer, als Anton Natus im Anschluss an die erfolgreiche OP in die freudigen Augen seiner Familie blickte. „Mein Leben wurde mir in diesem Augenblick neu geschenkt, und ich empfinde eine tiefe Dankbarkeit für die hervorragende Leistung der Ärzte im Marienhospital“, sagt Anton Natus tief bewegt. „Ich bin ein Kämpfer und möchte leben. Es klingt absurd, aber so war es: Mein krankes Knie war mein Schutzengel.“ Auch die Kardiologen sind sich einig: „Wäre der Patient zuhause gewesen, hätte er den Herzinfarkt nicht überlebt.“

Chefarzt PD Dr. med. Tudor C. Pörner wird Anton Natus auch nach seiner Entlassung in die stationäre Rehabilitation in der Rehaklinik „An der Rosenquelle“ der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen in Burtscheid im Auge behalten. „Unter Umständen müssen wir ihm zu einem späteren Zeitpunkt noch einen Defibrillator implantieren, um sein Herz zu unterstützen. Das entscheiden wir in einigen Wochen“, sagt der Chefarzt.  

Jetzt kann der Ruheständler sich erst mal regenerieren und Zeit mit seiner Familie verbringen: „Ich habe meinem Enkel David in Amerika versprochen, dass wir an meinem Geburtstag am 14. Juli ein Bier miteinander trinken“, scherzt der 78-Jährige zuversichtlich. Am meisten freut sich Anton Natus indes schon auf den nächsten Spielmannszug von Grün-weiß Schlich, dem er seit 50 Jahren als Ehrenmitglied treu verbunden ist.

Auch seine Tochter Astrid Natus-Can ist überglücklich, ihren Vater bald wieder gesund in seine Heimat Langerwehe bringen zu können. „Mein Vater hat sich dazu entschieden, sein Haus aufzugeben und stattdessen in eine altersgerechte Wohnung mit betreutem Wohnen zu ziehen“, erzählt Astrid Natus-Can. „Im Namen meines Vaters und der ganzen Familie möchte ich mich noch einmal ganz herzlich beim ganzen Team des Marienhospitals Aachen bedanken. Besonders die Betreuung auf der Intensivstation war super. Wir als Angehörige wurden dort wunderbar betreut und begleitet. Dort haben wir alles vorgefunden, was wir in dieser schwierigen Situation gebraucht haben“, freut sich die Tochter des Patienten.

Den Vorstand der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen Benjamin Michael Koch hat das Schicksal von Anton Natus ebenfalls bewegt. „Ich glaube, dass dieser Fall ein halbes Jahr nach der Klinikeröffnung ein gutes Beispiel für die tolle Entwicklung der Kardiologie im Marienhospital Aachen ist und aufzeigt, auf welch hohem medizinischen Niveau wir in der Versorgung der kardiologischen Patienten bereits spielen. Hier werden wir weiter anknüpfen, um ein kardiologischer Leuchtturm in der Region zu werden“, verspricht der Vorstand.