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Chefarztwechsel in der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin

06.03.2017

Dr. med. Thomas Quandel

Interview mit Dr. med. Thomas Quandel

Sehr geehrter Herr Dr. Quandel, Sie werden am 1. April neuer Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin im Marienhospital Aachen.

Was hat Sie dazu bewogen, vom St. Petrus-Krankenhaus Bonn nach Aachen zu wechseln?

Bereits seit Beginn meiner ärztlichen Tätigkeit 1996 war es mein Ziel, Chefarzt einer Abteilung für Unfallchirurgie, Orthopädie oder Chirurgie zu werden. Im Laufe meiner Ausbildung zunächst zum Facharzt für Chirurgie am Malteser-Krankenhaus Bonn, nachfolgend zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Elisabeth-Hospital Gütersloh und schließlich in den letzten siebeneinhalb Jahren als Oberarzt am Petrus-Krankenhaus in Bonn habe ich die medizinischen und operationstechnischen Fachkenntnisse erworben und mich auch persönlich weiterentwickelt, um den verantwortungsvollen Posten eines Chefarztes auszufüllen.

Da ich im Marienhospital geboren bin und bis zum Start meines Studiums in Köln im Jahr 1990 in Aachen bzw. in Würselen gelebt habe, wusste ich um die Bedeutung und das Renommee des Marienhospitals und der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie in Aachen. Durch die Chefarztposition im MHA ist für mich ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen.

Welche Schwerpunkte werden Sie im Marienhospital setzen?

Ich möchte das Behandlungsspektrum in der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sportmedizin auf eine breite Basis mit hoher Qualität stellen. Hauptaugenmerk wird der Ausbau des Bereiches Primär- und Wechselendoprothetik sein, insbesondere an Knie-, Hüft- und Schultergelenken, aber auch an anderen Gelenken, wie oberes Sprunggelenk und Großzehengrundgelenk. Neben der unfallchirurgischen Behandlung der Aachener Bevölkerung im Rahmen des zertifizierten lokalen Traumanetzwerkes möchte ich zusätzlich zu der bereits bestehenden Fußchirurgie den Bereich der Arthroskopischen Chirurgie ausweiten. Mit meinem Team möchte ich in Zukunft die arthroskopischen Behandlungen von Schulter- und Hüfterkrankungen anbieten.  

Eine wichtige Aufgabe sehe ich auch in der Zusammenarbeit mit den Kollegen der anderen Fachkliniken im Marienhospital. Darüber hinaus werde ich engen Kontakt pflegen zu der Aachener Bevölkerung und zu den niedergelassenen Ärzten und Zuweisern. Mein Ziel ist es, das Marienhospital und die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie durch eine hohe Behandlungsqualität zur ersten Adresse in Aachen zu etablieren.

Gerade im Bereich der Endoprothetik ist innovative Medizintechnik von großer Bedeutung. Sie setzen auf hochmoderne Operations-Verfahren. Können Sie uns das näher erläutern? Was erwartet Ihre Patienten?

In der Hüftendoprothetik werde ich einen minimal-invasiven dorsalen Zugang zum Hüftgelenk mit langjährig wissenschaftlich bewährten Prothesen einsetzen. Der minimal-invasive dorsale Zugang zum Hüftgelenk wurde an der Universitätsklinik in Gießen durch Mitarbeit meines bisherigen Chefs am Petrus-Krankenhaus in Bonn, Herrn Dr. Holger Haas, entwickelt und wird in mehreren bekannten Endoprothetikzentren der Maximalversorgung, z.B. der Endoklinik in Hamburg, der OCM-Klinik in München und natürlich dem Petrus-Krankenhaus in Bonn eingesetzt. Der Zugang bietet eine sichere Versorgung für den Patienten kombiniert mit einer sehr guten anatomischen Sicht in das Operationsgebiet, der auch größere Operationen bis zum Beckenteilersatz ermöglicht.

Bei der Knieendoprothetik werde ich ein breites Spektrum der Implantate von medialen und lateralen Schlittenprothesen über Oberflächenersatzprothesen bis hin zu achsgeführten Knie-Endoprothesen mit verschiedenen Kopplungsgraden einsetzen, um den individuellen Arthrosen der einzelnen Patienten gerecht zu werden. Im Rahmen der Wechselendoprothetik am Knie- und Hüftgelenk kann mittlerweile durch die Weiterentwicklung der Implantate der komplette Oberschenkel vom Becken bis zum Unterschenkel ersetzt werden. Mit diesen Implantaten konnte ich bereits bei vielen Patienten Versteifungsoperationen am Knie- oder Hüftgelenk sowie Amputationen vermeiden.

Auch in der Schulterendoprothetik werden wir im Marienhospital durch die Weiterentwicklung der Implantate patientenindividuell sehr gute Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose und Frakturen anbieten.

Welche aktuellen Entwicklungen erwarten Sie in den nächsten Jahren?

Die Implantation von künstlichen Gelenken gehört zu den erfolgreichsten Behandlungsverfahren in der Medizin. In den letzten Jahren wurden in Deutschland jährlich 400.000 endoprothetische Eingriffe durchgeführt. Durch die immer höhere Lebenserwartung der Menschen und der erfreulicherweise bis ins hohe Alter vorhandenen körperlichen Aktivität der Senioren wird der endoprothetische Ersatz von Gelenken nicht abnehmen. Zunehmen wird dadurch aber die Anzahl der notwendigen Wechseleingriffe in der Endoprothetik.

Beim Kniegelenkersatz kann durch die in letzter Zeit stattgefundene Weiterentwicklung der Implantate eine Verbesserung der postoperativen Zufriedenheit der Patienten erreicht werden. Leider sind diese neueren Implantate sehr teuer und können aufgrund der sinkenden Vergütung durch die Krankenkassen in diesem Jahr nur schwer von Kliniken finanziert werden.

Die endoprothetische Versorgung am Schultergelenk im Rahmen von schweren Oberarmkopfbrüchen bei älteren Menschen wird in naher Zukunft eine wichtige und bessere Behandlungsoption im Vergleich zu den heute noch vielfach durchgeführten Osteosynthesen werden.

Als Chefarzt werden Sie viel Zeit in der Klinik verbringen. Aber auch Sie haben mal Feierabend. Wie verbringen Sie Ihre Freizeit am liebsten?

Meine Freizeit verbringe ich meist mit meiner Frau und meiner Familie. Dazu gehören auch zwei dreijährige Katzen. Meine Frau hat vor mehreren Jahren aus Liebe zu mir mit meinem sportlichen Hobby, dem Golfspiel, angefangen. Einen freien Tag verbringe ich daher am liebsten beim Golfen in der Natur. Danach koche ich dann, meinem zweiten Hobby. Inspiriert durch verschiedene Kochstile, fasziniert mich beim Kochen vor allem die Spontaneität und Fantasie.