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Staffelübergabe in der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen: Rolf-Leonhard Haugrund übergibt nach über 41 Jahren den Vorstandsposten an Benjamin Michael Koch

Staffelübergabe in der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen. Der langjährige Geschäftsführer und Vorstand der Stiftung Rolf-Leonhard Haugrund verabschiedet sich nach 41 ½ Dienstjahren in den wohlverdienten Ruhestand. Seinen Posten übernimmt am 1. Juli 2016 Benjamin Michael Koch.

„Gerne nehme ich Sie mit auf eine kleine Zeitreise ins Jahr 1974, das Jahr, in dem Rolf-Leonhard Haugrund das erste Mal MHA-Luft schnupperte“, beginnt der Kuratoriumsvorsitzende der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen Ehrendomkapitular Monsignore Heribert August seine Laudatio im Rahmen der Feierstunde im Quellenhof am 22. Juni 2016 vor hunderten Gästen.

Damals war Haugrund Anfang 20 und beim Kreis Aachen Auszubildender in der Verwaltung. Als er seine Lehrzeit erfolgreich beendet hatte, bekam er von seinem Personalchef eine Empfehlung für die Assistenten-Tätigkeit des damaligen Verwaltungsdirektors im Marienhospital Aachen, der ihm nach dem Kennenlernen sofort die Stelle anbot. Seinen offiziellen Start in der Stiftung hatte er dann am 1. Dezember 1974 – vor nun mehr 41 ½ Jahren.

Zu seinen ersten Aufgaben als Assistent des Verwaltungsdirektors gehörten Aufgaben aus dem Personalbereich. Schon nach vier Jahren hatte Haugrund sich so bewährt, dass er die Stelle des Personalleiters angeboten bekam – mit gerade einmal 27 Jahren. Damals war das Marienhospital wirtschaftlich schwach aufgestellt und brauchte neue Impulse. Das junge Team rund um Haugrund gab dem Haus eine neue Richtung und es mauserte sich bis Mitte der 1980er Jahre zum servicefreundlichsten Krankenhaus Deutschlands, das zu 99% ausgelastet war und vollkommen autark arbeitete: Mit eigener Küche, Bäckerei, Hauszeitung, eigenem Hörfunk und Fernsehen. Es gab alles, was eine Kommune ausmacht. Das Marienhospital Aachen hat schon damals die Hotelleistung ganz nach vorne gebracht, wo andere Häuser sie noch nicht einmal gesehen haben.

„Mitte der 1980er Jahre auf dem Höhepunkt des Erfolges stand die Stiftung vor der Frage: Wie soll es weitergehen? Ist es das gewesen? War das das Ziel oder geht es weiter? Wir haben uns entschieden, es muss weitergehen und wir haben der Stiftung eine neue Philosophie gegeben. Damals ist der Leitsatz entstanden: Von der Geburt bis zu einem humanen Sterben möchten wir für die Menschen Ansprechpartner in allen Gesundheitsfragen sein“, erzählt Msgr. August. „So ist es zu erklären, dass 1987 als erste Einrichtung neben dem Hospital die Seniorenwohnanlage gekauft wurde. Zwei Jahre später haben wir dann im Jahr 1989 das Zentrum für Gesundheitsförderung – ZGF gegründet.“

Weiter geht es auf der Zeitreise in die 1990er Jahre. Haugrund war damals schon einige Jahre stellvertretender Geschäftsführer und hatte sein erstes großes Bauprojekt (14 Millionen DM) mit dem Bau der neuen Intensivstation, Zentralküche und Zentralsterilisation erfolgreich beendet. Mit der Gründung des Servicezentrums Häusliche Pflege – SHP im Jahr 1993 wurde die Stiftung immer mehr zum Gesundheitszentrum ausgebaut.

Im Jahr 1995 wurde Haugrund zum Geschäftsführer der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen bestellt und zwei Jahre später folgten dann zwei weitere millionenschwere Bauprojekte mit der Erweiterung des Antoniushauses, der neuen Bäderabteilung, der Zentralen Bettenaufbereitung, des Ausbaus der 1er Stationen sowie des Franziskushauses I+II und der 4er und 5er Stationen.

„Im Jahr 1999 änderten wir die Satzung, die von nun an den Passus enthielt: Der Zweck der Stiftung ist die Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege und Altersfürsorge. Somit stand der Übernahme des ersten Seniorenzentrums St. Severin in Eilendorf noch im gleichen Jahr nichts mehr im Wege“, schaut Msgr. August zurück. 2001 folgte die Umstrukturierung des Personalwohnheims zum Praxiswohnhaus und ein Jahr später 2002 ging die Rehaklinik „An der Rosenquelle“ in den Besitz der Stiftung über. Im Jahr 2008 ist mit dem Marienheim in Stolberg Büsbach die Übernahme des zweiten Seniorenzentrums in die Stiftung erfolgreich geglückt. Die Eröffnung des 23-Millionen-Euro schweren Neubaus mit neuer Radiologie und Zentraler Notfallaufnahme noch im gleichen Jahr rundeten das erste Jahrzehnt im 21. Jahrhundert sehr erfolgreich ab.

„Mein sehr verehrten Damen und Herren, wie Sie sehen sind die Erfolge von Rolf-Leonhard Haugrund außerordentlich beachtlich. Und das, wo er noch nicht einmal eine große Karriere anstrebte“, so Msgr. August. Rolf-Leonhard Haugrund hat vielmehr den Satz geprägt: „Wir sind nicht auf dieser Welt, um das zu tun, was wir gerne tun möchten, sondern um das zu tun, wozu wir auf dieser Welt bestimmt sind. Ich habe nichts geplant, ich habe immer nur mehr gebracht, als man von mir erwartet hat. Ich war immer auf dem Weg. Der Weg war das Ziel. Auch im MHA habe ich immer Teilziele gehabt, aber ich war nie am Ziel. Insofern buchstäblich immer in einer Baustelle. In einer Lebensbaustelle“, erzählt Haugrund.

Als leidenschaftlicher Familienmensch und Herzblut-Vater zählt der frischgebackene 65- Jährige die Geburt seiner Tochter zu seinem größten Erfolg, was viel über seinen bestechenden Charakter aussagt: „Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Ehrgeiz, Durchsetzungsvermögen, Kreativität, bedingungslose Loyalität dem Haus gegenüber und höchstes Engagement zeichnen ihn aus. Er ist authentisch, direkt, kommunikationsstark und ein exzellenter Netzwerker. Wie kein anderer versteht Herr Haugrund es, Menschen für seine Sache zu begeistern und zur Erreichung seiner Ziele zu motivieren. Einer seiner Leitsprüche lautet deshalb: Wenn einer alleine träumt, dann bleibt es ein Traum. Wenn aber alle gemeinsam träumen, dann wird es Wirklichkeit (Helder Camara)“, würdigt Msgr. August den Ruheständler. „Aber zu Weilen ist er natürlich auch als „harter Hund“ berüchtigt – zum Beispiel wenn´s ums Geld geht. Denn nicht ohne Grund trägt er den Spitznamen „Sparfuchs“: er hält die Pfennige gerne zusammen“, schmunzelt der Kuratoriumsvorsitzende. Und nun heißt es Abschied nehmen von seinem „Kind“, dem Marienhospital Aachen, das Haugrund mit viel Liebe großgezogen hat und mit dem er durch dick und dünn gegangen ist, und das er jetzt in eine neue Obhut übergibt.

„Rolf-Leonhard hinterlässt ein gesundes Haus mit einer hohen Mitarbeiterkompetenz. So darf ich Ihnen zum Abschluss meiner Würdigung auch im Namen des Kuratoriums meinen tiefen Dank aussprechen, lieber Herr Haugrund. Dank für Ihren unermüdlichen Einsatz in der Leitung der Stiftung und der Mitarbeiterverantwortung. Unseren herzlichsten Dank für Ihre beständige Treue zu unserem Haus. Dank für all Ihr segensreiches Wirken im Großen wie im Verborgenen. Seien Sie gewiss, lieber Herr Haugrund, dass der unbestrittene Erfolg und die außerordentliche Reputation unserer Stiftung mit Ihrer Leistung und Ihrer Person verbunden ist und bleiben wird“, ist sich Msgr. August sicher.

Staffelübergabe an Benjamin Michael Koch

Benjamin Michael Koch ist 34 Jahre alt, Vater von zwei kleinen Kindern und lebt mit seiner Familie in Köln. Er wurde in Andernach geboren und studierte an der Universität Trier und an der Loughborough University in Großbritannien Volkswirtschaftslehre. Von 2008 bis 2009 nahm er als Stipendiat am Führungs-Mentroingprogramm der B.Braun Stiftung teil und von 2010 bis 2011 besuchte er das Leadership-St. Galler Führungsprogramm.

Nach dem Studium führte ihn sein beruflicher Werdegang über die Unternehmensberatung  Adveris Münster 2008 zum St. Franziskus-Hospital Köln, wo er bis 2010 stellvertretender Kaufmännischer Direktor war. In Köln war er verantwortlich für die Bereiche Controlling und Medizincontrolling, Patientenmanagement, Einkauf, Apotheke und für die Unternehmenskommunikation und das Marketing. Darüber hinaus hat er sich dort mit der Etablierung drei neuer Kliniken einen Namen gemacht: der Arthroskopischen Chirurgie, der Adipositas-Chirurgie sowie der Wirbelsäulenchirurgie.

Seit Oktober 2010 leitet Benjamin Michael Koch als Geschäftsführer die Geschicke des St. Josef Krankenhauses in Wuppertal und wurde mit 29 Jahren einer der jüngsten Krankenhausgeschäftsführer Deutschlands.

Erfahrung bringt er mit in der Gründung und Etablierung Medizinischer Versorgungszentren sowie in der Realisierung von stationären und ambulanten Kooperationen. Das Zentrum für den Bewegungsapparat hat er zum größten orthopädischen Zentrum in Nordrhein-Westfalen ausgebaut. Auch die Schmerzklinik wurde unter seiner Führung zum größten Schmerzzentrum in NRW. Natürlich sind Benjamin Michael Koch auch große Bauvorhaben nicht fremd. Rund 45 Millionen Euro hat er in Neu- und Erweiterungsbaumaßnahmen investiert.

„Mit der Suche eines geeigneten Nachfolgers haben wir bereits im August 2015 begonnen. Trotz einiger Bewerber aus ganz Deutschland bin ich mir sicher, dass wir uns für den Besten entschieden haben“, unterstreicht der Kuratoriumsvorsitzende Ehrendomkapitular Monsignore Heribert August. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Benjamin Michael Koch einen jungen, dynamischen, kompetenten und kommunikationsstarken neuen Vorstand gefunden haben, der mit seiner rheinländischen Offenheit auf Menschen zugeht und sie für Neues begeistern kann. Ich bin davon überzeugt, dass Herrn Koch die Fußabdrücke, die Herr Haugrund hinterlassen hat, nicht zu groß sind.“

Auch Benjamin Michael Koch freut sich auf die neue Herausforderung: „Ich treffe hier in Aachen auf eine hervorragend aufgestellte Stiftung mit tollen Rahmenbedingungen, die ich mit neuen Impulsen für eine Wachstumsstrategie weiterentwickeln möchte. Dabei gilt es, den christlichen und familiären Charakter des Hauses zu bewahren, die Leuchttürme in der medizinischen Versorgung strahlen zu lassen und dennoch visionär neue Akzente zu setzen“, betont Koch.

In seiner Freizeit widmet sich der 34-Jährige mit großer Leidenschaft der sportlichen Aktivität: Fußball, Tennis, Rennradfahren und Marathonlaufen stehen hoch im Kurs. „Ausdauersportarten sind mein Ausgleich vom Arbeitsalltag“, erzählt Koch. „Und natürlich verbringe ich gerne viel Zeit mit meiner Familie und Freunden.“

Msgr. August beendet seine Würdigung mit den besten Wünschen für den Start in der Stiftung: „Für Ihre neue Aufgabe als Vorstand wünschen wir Ihnen, lieber Herr Koch, stets eine gute Hand in der Begegnung mit Patienten und Mitarbeitenden. Mögen Sie persönliche Erfüllung und fachliche Herausforderungen finden. Bei all Ihrem Tun wünschen wir Ihnen von Herzen viel Erfolg, Zufriedenheit, Gottes Schutz und reichen Segen.“