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7. Patientenforum Brustkrebs des BrustCentrums am Marienhospital Aachen am 17. Mai 2014

Die Statistiken sprechen eine eindeutige und erschreckende Sprache, denn jede neunte Frau in Deutschland wird in ihrem Leben mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Auch wenn einige festgestellte Tumoren gutartig sind, so ist es ist dennoch die am häufigsten bösartige Erkrankung der Frau. Um über die Möglichkeiten einer optimalen Behandlung zu informieren, lud das Brust-Centrum Aachen – Kreis Heinsberg am Marienhospital Aachen am 17. Mai bereits zum siebten Mal Interessierte ein, sich ein breites Bild der Erkrankung zu machen. Beim diesjährigen Patientenforum drehte sich inhaltlich alles um Sicherheit und Lebensqualität während und nach einer Brustkrebsbehandlung. Dr. med. Elisabeth Breuer, Fachärztin für Pathologie (Praxiszentrum am Marienhospital) referierte über die Relevanz, die Pathologen sowohl in der Diagnose, als auch in den Therapiemöglichkeiten bei Brustkrebs haben. Denn entgegen vieler Klischees beschäftigen sich Pathologen tagtäglich mit den Patienten. „Wir sind Zell- und Gewebespezialisten und beurteilen demnach die Zellstrukturen der Betroffenen“, so Dr. Breuer. Konkret untersucht sie Muster, die auf eine Krankheit hinweisen, denn es existieren viele verschiedene Arten von Krebs und somit auch von Tumoren. In einer Gewebeentnahme wird ein kleiner Teil des Tumors entnommen, der dann in mehreren Arbeitsschritten von Dr. Breuer und ihrem Team exakt untersucht wird. Aufgrund der Ergebnisse, die in den einzelnen Schritten – wie etwa dem Einfrieren des Gewebes und dem anschließenden Untersuchen unter dem Mikroskop – herausgekommen sind, wird entschieden, ob eine Operation notwendig ist oder nicht. In Expertengremien bestehend aus Onkologen, Pathologen, Radiologen und Operateuren wird das weitere Vorgehen gemeinschaftlich besprochen. Bis dato haben die Pathologen bereits die Tumorgröße bestimmt und geschaut, wo und wie dieser im Brustbereich platziert ist.

Eine weitere wichtige Säule in der Behandlung von Brustkrebs ist auch eine Antihormontherapie, über die Professor Dr. med. Christian Singer (Facharzt für Gynäkologie) referierte. „Die Antihormontherapie ist eine relativ neue Methode, in der Medikamente entwickelt werden, die maßgeschneidert bei einzelnen Patientinnen eingesetzt werden. Damit wirkt diese Behandlung gezielter auf Krebszellen als beispielsweise eine Chemotherapie“, so Professor Singer. Eines dieser Medikamente, das zur Therapie eingesetzt wird, ist der Antikörper Trastuzumab, der die sogenannten HER-2-Rezeptoren blockiert. Das sind jene Bindungsstellen für Wachstumsfaktoren, die Zellen das Signal geben, sich zu vermehren. Dieser HER-2 kommt bei etwa 20 Prozent der Brustkrebspatientinnen vor. Trastuzumab kann das Wachstum eben dieser bösartigen Tumoren verlangsamen oder verhindern. Allerdings ist auch hier eine enge Zusammenarbeit mit allen Beteiligten die absolute Basisvoraussetzung.

Ist die Operation nun passiert, so dreht sich im weiteren Verlauf alles um die Rehabilitation. Dr. Timm Dauelsberg (Ärztlicher Direktor der Winkelwaldklinik in Nordrach) betont, dass es nach einer Operation einige Faktoren gibt, die die Patientinnen beschäftigen: „Wir analysieren genau, was die Folgen der Krankheit sind – sowohl psychisch als auch physisch. Typische Symptome sind Abgeschlagenheit, ein Lymphödem, Einschränkungen der Armbeweglichkeit oder eine Polyneuropathie. Mit verschiedenen Methoden wie

Lymphdrainage, Ausdauertraining, Schallwellen oder einem Parafinbad versuchen wir, die Beschwerden zu lindern.“ Dazu gehört auch eine Vitamin-B-Behandlung zur Nervenregeneration. Basierend auf den Gesprächen und Befunden der Ärzte wird ein individueller Reha-Plan zusammengestellt, der die Patientinnen voll und ganz in den Fokus rückt. Dazu gehört auch der sportliche Aspekt, wie Dr. Freerk Baumann (Sportwissenschaftler an der Sporthochschule Köln) weiß. Denn Sport sei auch nach der Operation ein wichtiges Standbein in der Erholung. Natürlich sei die Dosierung und auch die Art des Sportes für jede Patientin anders, aber eine generelle Förderung der Bewegung, die auch mit den anderen Behandlungen abgestimmt wird, sei notwendig und dem Wohlfühlen zuträglich, so Dr. Baumann.

Im Anschluss das das 7. Patientenforum Brustkrebs gingen die rund 300 Besucher mit vielen nützlichen Informationen im Gepäck nach Hause, denn nicht nur in den Vorträgen erhielten sie wertvolle Anregungen, auch in den anschließenden Kleingruppen „Meet the doctor“ konnten sie ihre Fragen direkt mit den Ärzten besprechen.